Heute ist der 12.03.2026 und in Forchheim fand eine spannende Veranstaltung statt, bei der Professorin Gerlinde Groitl, Gründerin des Instituts für Strategie und Sicherheit (ISS) in München, über die Auswirkungen geopolitischer Krisen auf den Mittelstand in Deutschland sprach. Groitl stellte fest, dass Lieferkettenengpässe die Industrie sofort betreffen, während Handwerksbetriebe oft weniger betroffen sind. Dies wirft ein Licht auf die unterschiedlichen Herausforderungen, mit denen verschiedene Wirtschaftssektoren konfrontiert sind.
Die Professorin betonte jedoch auch, dass die großen Herausforderungen im Inland liegen. Bürokratie, hohe Energiepreise und ein stagnierender Gründergeist sind nur einige der Themen, die dringend angegangen werden müssen. Sie äußerte, dass Deutschland besser auf Krisen vorbereitet sein könnte, wenn diese Probleme aktiv bearbeitet würden. Dies fand auch den Zuspruch von Michael Waasner, Präsident der IHK für Oberfranken Bayreuth, der kritisierte, dass oft auf das Weltgeschehen geschaut wird, während die Sorgen der heimischen Wirtschaft vernachlässigt werden. Waasner forderte, dass die seit 2025 erwarteten Reformen endlich in diesem Jahr umgesetzt werden. HWK-Präsident Matthias Graßmann unterstützte diese Forderung nach Reformen.
Verantwortung der Unternehmer
Ein weiterer wichtiger Punkt, den die Veranstaltung beleuchtete, war die Verantwortung der Unternehmer. Markus Giegold, ein Unternehmer aus dem Landkreis Forchheim, wies darauf hin, dass Unternehmer für ihre Mitarbeiter verantwortlich sind und nicht als Ausbeuter betrachtet werden sollten. Diese Perspektive ist entscheidend, um das Vertrauen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu stärken und eine positive Unternehmenskultur zu fördern.
Die Diskussion vor der Veranstaltung, in der Wirtschaftsvertreter eine Stunde lang mit Gerlinde Groitl diskutierten, unterstrich die Dringlichkeit, mit der diese Themen behandelt werden müssen. Der Veränderungsdruck für internationale Lieferketten hat seit 2020 zugenommen, und geoökonomische Fragmentierung rückt kritische Abhängigkeiten in den Fokus. Laut einer Analyse der KfW ist die Erfassung und Bewertung dieser Abhängigkeiten komplex, umfassen aber wichtige Bereiche wie mineralische und Energie-Rohstoffe, Halbleiter sowie grüne und digitale Technologien. Unternehmen, einschließlich des Mittelstands, reagieren aktiv auf gewachsene Risiken in ihren Wertschöpfungsketten, was zeigt, dass der Mittelstand sich den Herausforderungen der heutigen Zeit durchaus bewusst ist und proaktive Maßnahmen ergreift.
Politische Maßnahmen und unternehmerisches Handeln
Die EU und ihre Mitgliedstaaten setzen bereits Maßnahmen zur Resilienz um, um den strukturellen Wandel und die neuen Abhängigkeiten zu adressieren. Hierbei ist die Notwendigkeit, gesellschaftliche und unternehmerische Bewertungen geoökonomischer Risiken mit der Wirtschaftspolitik in Einklang zu bringen, von großer Bedeutung. Diese Verbindung ist entscheidend, um sowohl die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen als auch die Stabilität der gesamten Wirtschaft zu gewährleisten.
Insgesamt zeigt die Veranstaltung in Forchheim, dass es an der Zeit ist, die Herausforderungen nicht nur als externe Krisen zu betrachten, sondern auch die internen Strukturen zu reformieren. Nur so kann Deutschland auf zukünftige geopolitische Krisen besser vorbereitet sein. Die Diskussionen und Forderungen aus der Region sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um den Mittelstand zu stärken und die wirtschaftliche Resilienz zu fördern.
Für weiterführende Informationen zu den Herausforderungen der Lieferketten und deren Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft, können Sie die vollständige Berichterstattung auf TVO nachlesen. Zudem sind die aktuellen Erkenntnisse zur geoökonomischen Lage und den damit verbundenen Herausforderungen auf der Webseite der KfW zu finden.