Neues Genomprojekt in Erlangen: Hoffnung für Patienten mit seltenen Krankheiten!
Erlangen startet bundesweites Genomsequenzierungsprojekt zur besseren Diagnose seltener Erkrankungen und Krebserkrankungen.

Neues Genomprojekt in Erlangen: Hoffnung für Patienten mit seltenen Krankheiten!
In Bayerns Gesundheitslandschaft tut sich etwas Bemerkenswertes. Das Uniklinikum Erlangen, zusammen mit dem Humangenetischen Institut und dem Zentrum für Seltene Erkrankungen, hat ein zukunftsweisendes Modellvorhaben zur Genomsequenzierung ins Leben gerufen. Das Projekt, das von der UK Erlangen initiiert wurde, zielt darauf ab, die Nutzung der Ganzgenomsequenzierung zur Diagnose und Behandlung von seltenen Erkrankungen und fortgeschrittenen Krebserkrankungen zu erforschen.
Doch was heißt das konkret für die Patienten? Betroffene können ab sofort an der Studie teilnehmen und erhalten eine umfassende molekulare Diagnostik. Prof. Dr. Silvia Spörl, eine der leitenden Ärztinnen, hebt hervor, wie wichtig die Genomsequenzierung für die Verbesserung der Behandlung von Krebspatienten ist. Die medizinische Eignung der Teilnehmenden wird sorgfältig evaluiert, und die Patientenaufnahme erfolgt über strukturierte Entscheidungswege.
Integration in ein bundesweites Forschungsvorhaben
Dieses Modellvorhaben gehört zu einem größeren bundesweiten Forschungsprojekt, das vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen sowie dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands unterstützt wird. Die Studie erstreckt sich über fünf Jahre und ermöglicht die genauen Analysen der gesamten Erbinformation der Teilnehmenden. Das Deutsche Gesundheitsportal berichtet, dass deutschlandweit 27 Kliniken in dieses wichtige Projekt eingebunden sind, um die Diagnostik und Therapiefindung für Tumorpatienten und Betroffene mit seltenen Erkrankungen entscheidend voranzutreiben.
Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden hat ebenfalls einen Zuschlag für das Modellvorhaben erhalten, und somit profitieren über 450 Patienten jährlich von maßgeschneiderten Vorgehensweisen. Dabei wird die Genomsequenzierung als Schlüssel für die personalisierte Medizin gesehen, die Therapien besser auf individuelle Tumorprofile abzustimmen hilft.
Chancen für Betroffene mit seltenen Erkrankungen
Mit der Genomsequenzierung wird eine neue Ära für die individuelle Diagnose eingeläutet. Patienten, die an seltenen angeborenen Erkrankungen leiden, geben eine Blutprobe ab, die auf genetische Veränderungen untersucht wird. Bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen hingegen lassen die Betroffenen Tumorgewebe analysieren, um neue Behandlungsmöglichkeiten zu erkunden.
Leiter und Experten des Projekts betonen die immense Bedeutung der molekularen Diagnostik. Die gesammelten genetischen und klinischen Daten werden datenschutzkonform auf einer zentralen Plattform gesammelt, was sowohl für die Forschung als auch für die Patienten von großem Nutzen sein kann.
Das Projekt trägt nicht nur zur Digitalisierung der Medizin bei, sondern auch zur Weiterentwicklung der Medizininformatik in Deutschland. Für interessierte Patienten und Ärzte gibt es die Möglichkeit, Informationen über das Zentrum für Personalisierte Medizin oder die Sprecher des Zentrums für Seltene Erkrankungen einzuholen.
Insgesamt ist das Pilotprojekt ein bedeutender Schritt in Richtung einer präziseren medizinischen Versorgung und bietet neue Hoffnung für viele Betroffene, die nach einer Diagnose und passenden Behandlungsmöglichkeiten Ausschau halten.