In Erlangen wird aktuell an einer vielversprechenden neuen Therapie für Menschen mit Parkinson geforscht. Die Hoffnung liegt auf einem Medikament namens Prasinezumab, das nicht nur die Symptome der Erkrankung lindern soll, sondern auch den Verlauf der Krankheit verlangsamen könnte. Diese innovative Therapie zielt direkt auf die Ursachen von Morbus Parkinson ab und könnte somit einen entscheidenden Fortschritt in der Behandlung darstellen.
Das Uniklinikum Erlangen ist als erstes deutsches Prüfzentrum für die Phase-III-Studie „PARAISO“ des Arzneimittelherstellers Roche Pharma AG ausgewählt worden. Die Studie untersucht die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Prasinezumab an rund 900 Patientinnen und Patienten weltweit. Forschende der Molekular-Neurologischen Abteilung suchen derzeit Teilnehmer zwischen 50 und 85 Jahren, die eine Parkinson-Diagnose haben, die mindestens drei Monate und maximal drei Jahre zurückliegt und bereits Levodopa einnehmen. Die Studienteilnehmenden werden das Medikament über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren einmal im Monat per Tropfinfusion erhalten.
Details zur Studie und Teilnahme
Die Phase-III-Studie folgt auf die vorhergehenden Phasen I und II, in denen die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Prasinezumab an einer kleineren Gruppe von Probanden getestet wurde. Das Ziel der aktuellen Phase ist es, abschließende Daten zu sammeln, bevor eine Zulassung des Medikaments beantragt werden kann. Nachbeobachtungstermine zur Überprüfung der Reaktion auf das Medikament finden in der Bewegungsambulanz am Uniklinikum Erlangen statt.
Interessierte Teilnehmer erhalten weitere Informationen auf der Website www.uk-erlangen.de/mn-paraiso oder können sich telefonisch unter 09131 85-39324 oder per E-Mail an bewegungsstoerungen(at)uk-erlangen.de wenden.
Forschungslandschaft zu Morbus Parkinson
Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die die Bewegungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Weltweit werden derzeit 38 klinische Studien zu dieser Erkrankung durchgeführt, die sich mit verschiedenen Therapieansätzen beschäftigen. Die Vielfalt dieser Studien zeigt, dass Forschung und Entwicklung in diesem Bereich sehr aktiv sind. So werden unter anderem Gentherapien und innovative Verabreichungsformen erforscht, um den Betroffenen besser helfen zu können. Mehr zu den aktuellen Studien können Sie unter klinischestudien.at nachlesen.
Einzigartige Ansätze, wie die Behandlung mit dem intestinalen Gel Lecigon oder die Gentherapie mit AAV2-GDNF, zeigen das breite Spektrum der wissenschaftlichen Bemühungen. Die geographische Verteilung der Studien ermöglicht es, eine breite Basis von Teilnehmern anzusprechen und somit wertvolle Daten zu sammeln, die in Zukunft den Umgang mit Parkinson revolutionieren könnten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Forschung zu Parkinson in Erlangen und weltweit an einem kritischen Punkt steht. Das Potenzial von Prasinezumab könnte nicht nur das Leben der Patienten verbessern, sondern auch einen neuen Standard in der Therapie von Morbus Parkinson setzen. Für weitere Informationen zur Studie und zur Teilnahme besuchen Sie bitte auch med.fau.de.



