In der Stadt Erlangen und ihrem Umland wird ein bemerkenswertes Projekt ins Leben gerufen, das sich mit den sensiblen Themen schwerer Erkrankung, Sterben und Tod auseinandersetzt. Unter dem Titel „GEMEINSAM endlich – mitfühlende Stadt Erlangen und Umland“ haben die Palliativmedizinische Abteilung des Uniklinikums Erlangen und der Förderverein Palliativmedizin e. V. ein Konzept entwickelt, das die gesellschaftliche Wahrnehmung dieser Themen stärken und eine sorgende Gemeinschaft fördern möchte. Der erste runde Tisch, der im Oktober 2025 stattfand, widmete sich der Einsamkeit und deren Bedeutung im Zusammenhang mit Krankheit und Trauer.

Dieser Dialog wird nun mit einem zweiten runden Tisch fortgeführt. Dieser findet am Mittwoch, den 4. März 2026, von 16.00 bis 18.00 Uhr in der Forschungsstelle der Palliativmedizin, Werner-von-Siemens-Straße 34, Erlangen statt. Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch ist eine Anmeldung per Telefon oder E-Mail erforderlich. Hierbei wird Christian Raab, der Kreisgeschäftsführer des Bayrischen Roten Kreuzes Erlangen/Erlangen-Höchstadt, die verschiedenen ehrenamtlichen Aufgabenbereiche vorstellen, während Karin Grüsser vom Büro für Bürgerbeteiligung und Ehrenamt über die Unterstützung der Stadt Erlangen für freiwillige Arbeit informieren wird. Tanja Treibig und Maria Heckel werden zudem neue ehrenamtliche Betätigungsfelder im Rahmen des Projekts formulieren. Ein offener Austausch nach dem Programm ist ebenfalls geplant. Für weitere Informationen können Interessierte Tanja Treibig unter der Telefonnummer 0178 4504122 oder per E-Mail unter tanja.treibig(at)extern.uk-erlangen.de kontaktieren.

Ehrenamtliche Unterstützung in der Palliativmedizin

Ehrenamtliche Mitarbeit im Bereich Palliativmedizin spielt eine entscheidende Rolle, insbesondere bei der Unterstützung von schwerstkranken und sterbenden Menschen. Wie auch in Erlangen, so umfasst die ehrenamtliche Mitarbeit in anderen Einrichtungen, beispielsweise im Helios Klinikum Bonn, vielfältige Tätigkeitsfelder. Ehrenamtliche begleiten Betroffene durch Zuhören, Alltagsbegleitung, Besorgungen und Unterstützung bei Formalitäten. Die Einsatzorte erstrecken sich von der Häuslichkeit der Kranken bis hin zu Palliativstationen und Einrichtungen der Altenhilfe.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die in verschiedenen Formaten wie Trauercafés, Trauerspaziergängen und Einzelkontakten angeboten wird. Diese Art der Unterstützung ist von unschätzbarem Wert, da sie den Betroffenen hilft, mit ihrer Trauer umzugehen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Vorbereitung und Voraussetzungen für Ehrenamtliche

Die Vorbereitung auf die ehrenamtliche Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen ist essenziell. Hierbei werden die Mitarbeitenden sorgfältig ausgewählt und auf ihre Aufgaben vorbereitet. Dies umfasst Schulungen zu medizinischen und ethischen Aspekten sowie eine intensive Auseinandersetzung mit eigenen Themen wie Sterben, Tod und Trauer. Ehrenamtliche unterstützen in verschiedenen Einrichtungen, sei es zuhause, in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, und leisten wertvolle Hilfe bei der Pflege, halten Sitzwachen, lesen vor und hören einfach zu.

Um effektive Unterstützung zu gewährleisten, werden Interessierte im Rahmen von Befähigungskursen geschult und müssen über Offenheit, Empathie und emotionale Belastbarkeit verfügen. Diese Eigenschaften sind entscheidend, um den Herausforderungen in der Begleitung von Trauernden gerecht zu werden. Auch das Lacrima-Programm zur Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche bietet Unterstützung beim Umgang mit Verlust und ermöglicht den Austausch mit anderen betroffenen Kindern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ehrenamtliche Tätigkeiten in der Palliativmedizin und der Trauerbegleitung eine wertvolle Säule unserer Gesellschaft darstellen. Sie tragen nicht nur zur Linderung des Leidens bei, sondern fördern auch die Solidarität innerhalb der Gemeinschaft. Wer sich für ein solches Engagement interessiert, findet in Erlangen und darüber hinaus zahlreiche Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen und somit einen bedeutenden Unterschied im Leben anderer Menschen zu machen. Weitere Informationen zu den Möglichkeiten der ehrenamtlichen Mitarbeit finden sich unter diesem Link.