Erlangen plant, dem kostenlosen Busverkehr in der Innenstadt ein Ende zu setzen. Das Modellprojekt, das Anfang 2024 ins Leben gerufen wurde, läuft voraussichtlich bis zum 31. Dezember 2026. Eine einstimmige Empfehlung des Ausschusses deutet darauf hin, dass eine Fortführung des Angebots nicht in Frage kommt. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat Ende April, wobei diese als Formsache gilt, da sowohl die Stadtverwaltung als auch der Verkehrsverbund VGN gegen eine Verlängerung sind, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.

Das Projekt wurde mit dem Ziel gestartet, die Kfz-Verkehrsbelastung in der Innenstadt zu reduzieren. Im Rahmen eines kostenlosen Innenstadtbereichs, der bis Ende 2026 laufen sollte, wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, darunter ein neues Parkraumkonzept. Ziel war es, den Anreiz zu schaffen, das Auto stehen zu lassen und stattdessen den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Doch die erhofften Effekte blieben aus.

Geringe Nutzerzahlen und hohe Kosten

Die geringen Nutzungszahlen des kostenlosen Busangebots stellen einen der Hauptgründe dar, warum die Stadt eine Einstellung in Betracht zieht. Ergänzend zum Deutschlandticket, das viele Fahrgäste anzieht, sind die Kosten, die mit der Aufrechterhaltung des kostenlosen Busverkehrs verbunden sind, unverhältnismäßig hoch im Vergleich zum tatsächlichen Nutzen. Diese Einschätzung wird von der Stadtverwaltung sowie dem Verkehrsverbund VGN geteilt.

Das Pilotprojekt ist in dieser Form einzigartig in Erlangen, wo eine begleitende Untersuchung die Auswirkungen auf Fahrgastzahlen, Kundenzufriedenheit und den Autoverkehr in der Innenstadt überwacht hat. Die Ergebnisse dieser Evaluierung sollen die Entscheidung über eine mögliche Fortsetzung des Projekts nach drei Jahren beeinflussen, wie erlangen.de hinweist.

Der Blick in die Zukunft

Wenn der Stadtrat Ende April die Entscheidung trifft, stellt sich die Frage, welche Alternativen zur Verbesserung des Nahverkehrs angeboten werden können. Erlangen bleibt in dieser Hinsicht für viele eine Art Labor, wenn es um Verkehrskonzepte geht. Ob die Stadt auch weiterhin innovative Lösungen anstrebt oder sich auf andere Strategien konzentriert, bleibt abzuwarten. Trotz der Herausforderungen könnte diese Entwicklung auch neue Chancen mit sich bringen.