Erlangen: Innovative Studie zu Endometriose begeistert auf Kongress!
Dr. Louisa Hofbeck vom Uniklinikum Erlangen erhält Posterpreis für Studie zur endometrialen Behandlung auf dem Endometriosekongress 2025.

Erlangen: Innovative Studie zu Endometriose begeistert auf Kongress!
Der 16. Endometriosekongress in Freiburg Mitte November war ein echtes Highlight für die Forschung zur Endometriose. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde Dr. Louisa Hofbeck, eine engagierte Ärztin an der Frauenklinik des Uniklinikums Erlangen, mit einem Posterpreis für ihre herausragende Studie ausgezeichnet. Sie untersuchte in ihrer Arbeit „Von der Klinik zum Phänotyp: Charakterisierung endometriosetypischer Erscheinungsbilder“, wie verschiedene Erscheinungsformen der Endometriose unterschiedliche Beschwerden verursachen können. Diese Studie wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Universitäts-Endometriosezentrum Franken durchgeführt, wie UK Erlangen berichtet.
Endometriose ist eine gutartige Erkrankung, die schätzungsweise 10% aller Frauen betrifft und oft mit starken Schmerzen einhergeht. Laut den Forschungsergebnissen von Dr. Hofbeck variieren die Beschwerden je nach Phänotyp der Erkrankung. So zeigt eine Datenauswertung von fast 4.000 Patientinnen, dass insbesondere die Kombination mehrerer Phänotypen zu besonders starken Schmerzen führen kann. Diese Erkenntnisse helfen, die Beschwerden besser einzuordnen und Therapien auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen abzustimmen.
Therapie und Behandlungsansätze
Die Behandlung der Endometriose ist individuell und richtet sich nach dem Beschwerdebild der betroffenen Frauen. Dennoch gibt es derzeit keine Therapie, die die Ursache der Endometriose vollständig behandelt, da diese bislang unklar ist. Wie Anna Hospital erläutert, ist die Endometriosesanierung, also die Entfernung aller Endometrioseherde, die Grundlage jeder Therapie. Diese kann, abhängig von der Schwere der Erkrankung, auch laparoskopisch durchgeführt werden. Oft wird die Operation mit einer Überprüfung der Funktion des reproduktiven Organs gekoppelt, insbesondere wenn die Patientin einen Kinderwunsch hat.
Die Auswahl des Arztes spielt eine entscheidende Rolle. Wichtige Aspekte sind dabei das persönliche Beschwerdebild, die individuellen Behandlungsvorstellungen und die Chemie zwischen Patientin und Arzt. Hier macht ein ausführliches Gespräch vor Beginn der Therapie besonders viel Sinn, denn das Ziel ist es, sowohl Schmerzfreiheit als auch die Erfüllung des Kinderwunsches im Blick zu haben, wie die Endometriose-Vereinigung feststellt.
Zusätzlich zur operativen Therapie gibt es auch medikamentöse und komplementäre Behandlungsoptionen. Hormontherapien sollen die Aktivität der Endometrioseschäden reduzieren, jedoch sind Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme und Depressionen nicht zu unterschätzen. Des Weiteren kann eine multimodale Schmerztherapie, die neben den körperlichen auch psychische Aspekte berücksichtigt, zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Unterstützende Maßnahmen wie Ernährung, Bewegung und Stressabbau sind ebenfalls bedeutend und helfen vielen Betroffenen, besser mit ihrer Erkrankung umzugehen.
Das interdisziplinäre Team des Endometriosezentrums am Uniklinikum Erlangen zeigt mit seiner Arbeit, wie wichtig eine präzise Anamnese und individuelle Therapiefindung für die Lebensqualität von Frauen mit Endometriose sind. „Eine genaue Erfassung der Symptome ist essenziell, um die richtige Behandlung zu finden“, betont PD Dr. Stefanie Burghaus. Damit wird klar: Der Weg zur Linderung der Beschwerden ist so vielschichtig wie die Erkrankung selbst.