Die aktuelle Hochwasserlage im Landkreis Erlangen-Höchstadt sorgt für besorgte Gesichter. Die Pegelstände der Aisch steigen, und zahlreiche Anwohner sind in Alarmbereitschaft. Die Aisch tritt über ihre Ufer, was Erinnerungen an die verheerende Flut im Jahr 2021 wachruft. In einem Artikel des Fränkischen Tags äußern sich die Anwohner und die Gemeinden zur schwierigen Situation.
Die Hochwasserereignisse, die im Jahr 2021 stattfanden, sind noch in frischer Erinnerung. Zwischen dem 09. und 11. Juli 2021 kam es im Landkreis Neustadt/Aisch, insbesondere in Bad Windsheim und Höchstadt/Aisch, zu Starkregen und Überschwemmungen. Am Freitag, dem 09.07.2021, wurden die ersten Meldungen über Überschwemmungen in Bad Windsheim um 10:00 Uhr registriert. Bereits am Mittag gab es Vorwarnungen für Hochwasser in den Kommunen entlang der Aisch im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Die Situation eskalierte schnell, und um 23:00 Uhr breitete sich das Hochwasser im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim aus. Details zu den Einsätzen der Feuerwehr und der Koordination von Sandsäcken zeigen die große Herausforderung, die die Einsatzkräfte bewältigen mussten.
Die Einsätze im Jahr 2021
Am Samstag, dem 10.07.2021, wurde die Lage dramatisch. Um 04:40 Uhr erfolgte der erste Alarm für die Feuerwehren in Höchstadt/Aisch, gefolgt von ersten Evakuierungen. Um 07:00 Uhr trat die Aisch über die Ufer in Höchstadt, was zum Vollalarm für die Stadt und die Stadtteile führte. In den folgenden Stunden wurde ein umfassendes Krisenmanagement aktiviert, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Die Sandsacklogistik war ein zentraler Bestandteil der Maßnahmen, um Gebäude und Infrastruktur zu schützen.
Der Pegel der Aisch erreichte am Samstag um 16:00 Uhr einen Höchststand von 6,12 Metern. Erst am Sonntag, dem 11.07.2021, konnten die Einsatzkräfte eine erste Lagebeurteilung vornehmen, und die Hochwasserlage wurde schließlich um 12:30 Uhr als beendet erklärt. Die Feuerwehr bedankte sich bei den überörtlichen Kräften und den Bürgern für ihre Unterstützung während dieser kritischen Zeit.
Hochwasser als globale Herausforderung
Diese Ereignisse sind Teil eines größeren Problems. Hochwasser sind weltweit die häufigsten Naturkatastrophen, und seit dem Jahr 2000 verursachten sie fast 37 Prozent aller Naturkatastrophen. Der globale Klimawandel trägt maßgeblich zur Zunahme solcher Ereignisse bei, da eine wärmere Atmosphäre mehr Wasser speichern kann, was zu erhöhten Niederschlagsmengen und häufigeren Starkregenereignissen führt. Laut dem Zonierungssystem des Bundes deutscher Versicherer sind 7,6 Prozent aller deutschen Adressen einem statistischen Hochwasserrisiko ausgesetzt. Besonders betroffen sind Regionen wie der Rhein und seine Nebenflüsse, wo etwa 400.000 Einwohner:innen in den kommenden Jahren von Hochwasser bedroht sind.
Diese wiederkehrenden Hochwasserereignisse verdeutlichen die Verwundbarkeit unserer Infrastruktur und Gesellschaft gegenüber extremen Wetterlagen. Um zukünftige Schäden zu minimieren, ist ein konsequenter Ausbau des Hochwasserschutzes sowie die Berücksichtigung natürlicher Rückhalteräume unabdingbar. Die Herausforderungen sind groß, und die Erinnerungen an die Fluten der Vergangenheit mahnen uns zur Vorsicht und zur stetigen Verbesserung unserer Schutzmaßnahmen.