Heute, am 24. November 2025, steht die Region Erlangen-Höchstadt im Zeichen der Kampagne „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“. Diese Aktion wird anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen durchgeführt, der jährlich am 25. November begangen wird. Seit 1999 haben die Vereinten Nationen diesen wichtigen Gedenktag ins Leben gerufen, um auf die Problematik der Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen. In unserer Stadt und dem Landkreis werden heute spezielle Brottüten verteilt, die nicht nur einen praktischen Nutzen haben, sondern auch wichtige Informationen enthalten.

Die Brottüten sind mit Kontaktdaten von Beratungsstellen versehen, darunter der Frauennotruf und das Autonome Frauenhaus. Ziel der Initiative ist es, Betroffene dazu zu ermutigen, Hilfe zu suchen und Täter zu benennen. Dies geschieht in enger Kooperation mit verschiedenen Organisationen, darunter die Gleichstellungsstellen des Landkreises und der Stadt Erlangen, die Bäckerinnung Erlangen-Hersbruck, Zonta-Clubs aus Herzogenaurach und Erlangen sowie dem Autonomen Frauenhaus und der Beratungsstelle Frauennotruf. Die Vielfalt an Beteiligten zeigt, wie wichtig das Thema in unserer Gemeinschaft ist.

Ein globales Problem

Doch nicht nur hierzulande ist Gewalt gegen Frauen ein drängendes Thema. Weltweit sind Frauen und Mädchen geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Amnesty International ruft anlässlich des Internationalen Tags zu Aktionen auf, die auf diese Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen sollen. Insbesondere im Sudan, wo ein gewalttätiger Konflikt seit April 2023 wütet, sind Frauen und Mädchen von sexualisierter Gewalt massiv betroffen. Detaillierte Berichte dokumentieren diese Vergehen, die zahlreiche humanitäre Katastrophen zur Folge haben.

Der bewaffnete Konflikt hat nicht nur zehntausende Menschenleben gefordert, sondern auch zur Vertreibung von rund zwölf Millionen Menschen geführt. Besonders alarmierend ist die steigende Zahl von Vergewaltigungen und weiteren Formen sexualisierter Gewalt, die von den in Konflikt stehenden Parteien verübt werden. Amnesty International fordert daher entschlossenere Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Gewalt.

Politische Maßnahmen auf europäischer Ebene

Auch auf politischer Ebene gibt es Bestrebungen, gegen Gewalt an Frauen vorzugehen. In einer Plenarsitzung des Europäischen Parlaments im November 2025 wurde eine Entschließung verabschiedet, die ein entschlossenes Vorgehen gegen Gewalt gegen Frauen fordert. Die Abgeordneten forderten unter anderem, geschlechtsspezifische Gewalt als schweres, grenzüberschreitendes EU-Verbrechen einzustufen und die Anerkennung von Femizid als eigene Straftat.

Die EU beteiligt sich zudem an der UN-Kampagne „Orange the World“, um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Am 25. November wird das Gebäude in Straßburg orange beleuchtet, und es wird eine orangefarbene Flagge gehisst, um Solidarität mit den Opfern von Gewalt auszudrücken. In einer Zeit, in der sich das Bewusstsein für diese Problematik weiter verbreitet, sind solche Maßnahmen von enormer Bedeutung.

In diesem Zusammenhang bleibt zu hoffen, dass die Aktionen in Erlangen-Höchstadt und weltweit dazu beitragen, die Stimme der Betroffenen zu stärken und eine Kultur des Respekts und der Unterstützung zu fördern. Denn Gewalt an Frauen darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.

Für weitere Informationen zur Kampagne in unserer Region können Sie Fränkischer Tag besuchen. Informationen zu den globalen Aktionen finden Sie auf Amnesty International sowie zum politischen Engagement auf der Webseite des Europäischen Parlaments.