Erding feiert: Korbinian-Aigner-Gymnasium erhält Inklusions-Auszeichnung!
Das Korbinian-Aigner-Gymnasium in Erding erhält die Auszeichnung „Schule mit dem Schulprofil Inklusion“ für sein Engagement.

Erding feiert: Korbinian-Aigner-Gymnasium erhält Inklusions-Auszeichnung!
Im Herzen von Erding wird ein bedeutender Schritt in Richtung inklusive Bildung gefeiert. Das Korbinian-Aigner-Gymnasium wurde mit dem Prädikat „Schule mit dem Schulprofil Inklusion“ ausgezeichnet. Diese Ehrung wurde heute von Kultusministerin Anna Stolz (FW) bei einem feierlichen Festakt im Kultusministerium überreicht. Schulleiterin Andrea Hafner und Matthias Hohe, der Leiter des Aufgabebereichs Inklusion, nahmen die Auszeichnung stolz entgegen. Die Initiative hebt das langjährige Engagement der Schule im Bereich der inklusiven Bildung hervor, das seit der Gründung im Jahr 2004 stetig gewachsen ist.
„Die Auszeichnung bestätigt unseren Weg, eine inklusive Umgebung zu schaffen,“ erklärte Hafner. Ministerin Stolz betonte in ihrer Ansprache die herausragende Bedeutung der Inklusion und die Rolle der Profilschulen im vielfältigen Lernen. Es ist nicht nur die Auszeichnung, die das Korbinian-Aigner-Gymnasium besonders macht: Hier erleben Schüler:innen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf individuelle Förderung, die fest im Schulprofil verankert ist.
Engagement für Inklusion
Das Gymnasium pflegt enge Kooperationen im Bereich Inklusion, insbesondere mit der St.-Nikolaus-Schule in Erding. Diese Zusammenarbeit zeigt sich in gemeinsamen sportlichen und kulturellen Projekten sowie sozialen Aktivitäten, etwa Vorleseaktionen und Besuchen im Seniorenstift. Diese synergistischen Ansätze fördern nicht nur das Miteinander, sondern stärken auch die sozialen Kompetenzen aller Beteiligten.
Die Bedeutung inklusiver Bildung ist nicht nur auf lokaler Ebene zu erkennen. Deutschland hat 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ratifiziert, die ein inklusives Bildungssystem für alle Schüler:innen fordert. Hierbei wird darauf hingewiesen, dass Schüler:innen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarfen zunehmend gemeinsam an allgemeinen Schulen lernen. Dennoch variiert die Umsetzung von Bundesland zu Bundesland, und es gibt weiterhin erhebliche Herausforderungen. So zeigte eine Studie, dass in Bayern und anderen Bundesländern nur langsam Fortschritte erzielt werden, während in einigen Regionen die Inklusionsquote sogar gesenkt wurde.
Die Realität der Inklusion
Eine Untersuchung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) hat im Herbst 2021 erbracht, dass in verschiedenen Bundesländern, darunter auch Bayern, wenig Fortschritt bei der schulischen Inklusion sichtbar ist. In vielen Bezirken sehen Schulleitungen, dass Schüler:innen mit sonderpädagogischen Förderbedarfen nur unzureichend integriert werden. Trotz der gesetzlichen Rahmenbedingungen bleibt die praktische Umsetzung oftmals hinter den Zielsetzungen zurück.
Eine Erhebung der INSIDE-Studie zeigt, dass zu über 60% der Schulleitungen nur wenige oder gar keine Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an ihren Schulen berichten. Dies führt zu Fragen über die tatsächliche Inklusion: Wenn über 40% der Schulen nicht barrierefrei sind, wie kann dann eine gleichwertige Teilhabe aller Schüler:innen sichergestellt werden?
Auch wenn sich die Lehrkräfte zu 75% gut auf die Differenzierung im inklusiven Unterricht vorbereitet fühlen, zeigen die Ergebnisse, dass nur rund 50% sich ausreichend auf die individuelle Förderung von Schüler:innen mit Förderbedarf vorbereitet sehen. Diese Diskrepanz ist beunruhigend und weist auf Handlungsbedarf hin.
Das Korbinian-Aigner-Gymnasium geht hier mit gutem Beispiel voran. Die Schule ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie durch Zusammenarbeit, Engagement und eine klare Vision eine inklusive Schulkultur gefördert werden kann. Die Auszeichnung ist ein weiterer Anreiz, in Zukunft noch intensiver an einer erfolgreichen Umsetzung der Inklusion zu arbeiten.
Für mehr Informationen über die interessante Situation der schulischen Inklusion, besuchen Sie die Artikel von Süddeutsche Zeitung, Bundeszentrale für Politische Bildung und Deutsches Schulportal.