Drohung gegen 12-jährigen Schiedsrichter: BFV ermittelt in Altenerding!
Ein 12-jähriger Schiedsrichter wurde in Altenerding bei einem D-Jugend-Spiel bedroht. Der Bayerische Fußball-Verband ermittelt.

Drohung gegen 12-jährigen Schiedsrichter: BFV ermittelt in Altenerding!
Heute ist ein weiterer dunkler Tag im Amateurfußball: Ein 12-jähriger Schiedsrichter wurde während eines D-Jugend-Spiels in Altenerding mit einer schockierenden Todesdrohung konfrontiert. Wie BR.de berichtet, äußerte ein Spieler der SG FC Fraunberg nach dem Schlusspfiff, dass der junge Unparteiische sich am Montag nach der Schule „nicht verstecken“ könne, da er „tot“ sein würde. Eine bedenkliche Entwicklung, die nicht nur im Kontext dieses Vorfalls, sondern auch im allgemeinen Umfeld des Fußballs zu betrachten ist.
Zeugen berichteten, dass der Schiedsrichter weinend das Spielfeld verließ, ein Bild, das verstört. „Die Mutter des Schiedsrichters und ein Verantwortlicher der SpVgg Altenerding mussten eingreifen, um eine weitere Eskalation zu verhindern“, so die Schilderungen. Das Verhalten des Spielers bleibt vorerst ohne öffentlichen Kommentar von Seiten der SG FC Fraunberg, dennoch hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) bereits Ermittlungen eingeleitet und die beteiligten Personen um Stellungnahmen gebeten. Ein Spieler wurde sogar vorläufig gesperrt, während die Schiedsrichtergruppe Erding dem betroffenen 12-Jährigen Unterstützung anbietet.
Gewalt im Fußball nehmen zu
Stefan Empl, der Kreis-Schiedsrichterobmann, warnt, dass Respektlosigkeiten gegenüber Schiedsrichtern in den letzten Jahren zugenommen haben. Dies ist kein Einzelfall, denn aktuell sind Gewaltdelikte im Fußball ein großes Thema. Die Zahlen sind alarmierend. Seit 2020 wurden in Deutschland mindestens 37 strafrechtliche Ermittlungsverfahren wegen Gewaltdelikten im Fußball gegen Minderjährige eingeleitet, wie correctiv.org berichtet. Hierbei handelt es sich um insgesamt 130 betroffene Kinder und Jugendliche, viele von ihnen stellen schlimme Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt durch Trainer und Verantwortliche in Vereinen zur Schau.
Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs fordert eine umfassende Untersuchung der Dunkelfeldstudie, um die strukturellen Probleme im Amateurfußball und im Jugendbereich zu beleuchten. Diese Probleme werden durch fehlende Sicherheitsvorkehrungen, wie das Fehlen von erweiterten polizeilichen Führungszeugnissen für Ehrenamtliche, begünstigt. „Essenziell ist, dass endlich konkrete Schritte zur Aufarbeitung und entsprechenden Prävention unternommen werden“, mahnen Kritiker.
Was kann getan werden?
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie dringlich Reformen benötigt werden. Der BFV verfolgt zwar eine Null-Toleranz-Politik bei Vorfällen dieser Art, doch der Anteil an Gewalt im Fußball bleibt konstant, mit rund 80 Vorfällen pro Saison in Bayern allein. Die Politik im Fußball steht vor der Verantwortung, derartige Vorfälle nicht nur zu verfolgen, sondern strukturelle Veränderungen herbeizuführen.
Um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, sollte ein umfangreicher Safe Sport Code entwickelt und umfassend umgesetzt werden. Auch ein anonymes Hinweisgebersystem könnte betroffenen Personen helfen, sich Gehör zu verschaffen. „Der Weg ist lang, doch wir müssen ihn gemeinsam gehen“, appelliert Empl, da noch viele Taten unentdeckt und unbestraft bleiben.
Zusammenfassend zeigt dieser Fall in Altenerding einmal mehr die Schattenseiten des Fußballs auf und sollte als Weckruf für alle Beteiligten dienen, um endlich für mehr Sicherheit und Respekt im Sport zu sorgen.