Die Nachricht hat die Gläubigen in Eichstätt erreicht wie ein Donnerhall: Der Bischofsstuhl der Stadt ist seit fast 20 Jahren erstmals wieder leer. Gregor Maria Hanke, der das Bistum seit 2006 führte, ist aufgrund „innerer Ermüdung“ zurückgetreten. Damit hat am Sonntag, dem 8. Juni 2025, um 12 Uhr eine Sedisvakanz begonnen, die die Diözese vor eine Vielzahl von Herausforderungen stellt.

In dieser Übergangszeit übernehmen die aktiven Mitglieder des Domkapitels die kollegiale Leitung. Sie sind nun dafür verantwortlich, einen Diözesanadministrator zu wählen, der die Geschäfte der Diözese vorübergehend führt. Diese Wahl findet am Freitag statt. Ein Diözesanadministrator hat viele der gleichen Rechte wie ein Bischof, ist jedoch in seinem Gestaltungsspielraum eingeschränkt.

Sedisvakanz und Ernennungsprozess

Die Sedisvakanz ist ein instabiler Zustand, der eintritt, wenn ein Bischof stirbt oder zurücktritt. In Eichstätt bereitet das Domkapitel nun eine geheime Liste möglicher Kandidaten für die Nachfolge vor. Jedes Mitglied kann bis zu drei Namen vorschlagen, die dann dem Vatikan übermittelt werden. Der Apostolische Nuntius wird eine eigene Dreierliste erstellen, die an die römische Kongregation für die Bischöfe weitergeleitet wird. Letztlich trifft der Papst die Entscheidung über die Ernennung des neuen Bischofs.BR berichtete.

Die Voraussetzungen für einen neuen Bischof sind hoch: Er muss mindestens 35 Jahre alt sein, seit fünf Jahren Priester und promoviert oder besonders bewandert in Theologie, Kirchenrecht oder Bibelwissenschaft. Zudem ist es wichtig, dass er einen guten Ruf hat und die besonderen Herausforderungen, die im Bistum bestehen, berücksichtigt.

Ein Blick auf die Rolle des Papstes

In Bayern hat der Papst das alleinige Recht zur Ernennung von Bischöfen. Ein stilles Veto der Bayerischen Staatsregierung kommt in diesem Prozess zum Tragen. Es ist anzumerken, dass der Ernennungsprozess Wochen bis Monate in Anspruch nehmen kann – einen festen Zeitplan gibt es nicht. Dieser Zustand ist nicht nur für die Gemeinde in Eichstätt herausfordernd, sondern spiegelt auch die allgemeine Unsicherheit wider, die mit Übergangszeiten innerhalb der katholischen Kirche verbunden ist.Vatican News erläutert.

Besonders in Anbetracht der jüngsten Ereignisse, wie dem Tod von Papst Franziskus, der eine Sedisvakanz auf globaler Ebene zur Folge hat, wird deutlich, wie essenziell eine klare Leitung ist. Der Tod des Papstes hat die katholische Welt in einen Zustand der Ungewissheit gestürzt, was die Notwendigkeit unterstreicht, dass sowohl lokale als auch zentrale Kirchenführungen schnell und entscheidungssicher handeln.

In dieser winkeligen Situation wird das Eichstätter Domkapitel nun alle Hebel in Bewegung setzen, um nicht nur für einen reibungslosen Übergang zu sorgen, sondern auch, um die Herausforderungen, die sich aus der Sedisvakanz ergeben, zu meistern. Bei uns in Eichstätt bleibt die Hoffnung, dass bald ein würdiger Nachfolger gefunden wird, der das Bistum in eine positive Zukunft führt.