In Sierra Leone stehen viele Menschen vor gravierenden Problemen bei der medizinischen Versorgung nach schweren Unfällen. Wolfgang Haller, ein Orthopäde aus Ebersberg, hat in den letzten 20 Jahren zahlreiche Fälle behandelt, die in Deutschland nicht mehr vorkommen. Die medizinische Versorgung ist dort stark eingeschränkt, insbesondere in der Unfallchirurgie, die in den Krankenhäusern größtenteils nicht existent ist. Haller ist ein treibender Motor hinter dem Verein „Orthopädie für die Dritte Welt“ (ODW), der seit 1996 in Sierra Leone aktiv ist und sich um die orthopädische Versorgung in diesem Land kümmert. Wie sueddeutsche.de berichtet, leitet Haller den Verein seit etwa zehn Jahren und organisiert jedes Jahr drei Ärzteteams, die für zwei Wochen nach Sierra Leone reisen, um Patienten zu behandeln, die auf lokale medizinische Hilfe angewiesen sind.
Die Arbeit von Haller und seinem Team ist unverzichtbar. In den 20 Jahren seiner Einsätze hat er viele amputationsträchtige Fälle behandelt, da hygienische Bedingungen und fehlende Nachsorge andere Behandlungsmöglichkeiten stark einschränken. Der Verein kann sich ausschließlich durch Spenden finanzieren und beschafft medizinisches Material kostengünstig aus China über Tansania. Die Notwendigkeit dieser Hilfe ist im Land, das zu den ärmsten der Welt gehört, unbestritten, da nur etwa 120 Ärzte für eine Bevölkerung von 6,5 Millionen Menschen zur Verfügung stehen. Hinzu kommen die Nachwirkungen des Bürgerkriegs von 1992 bis 2002 und der Ebola-Epidemie von 2014, die die Infrastruktur und das Gesundheitswesen weiter geschädigt haben.
Die Herausforderungen in Sierra Leone
Die Arbeitsbedingungen sind für die Ärzte extrem herausfordernd. Haller beschreibt die Situation in Sierra Leone als schwierig, insbesondere nach dem Bürgerkrieg, mit häufigen Stromausfällen und unzureichender Wasserversorgung. Dennoch zeigt sich der Arzt überzeugt von der positiven Wirkung seiner Arbeit. „Die Patienten sind überaus dankbar für die Hilfe, die sie bekommen“, so Haller. Er erzählt von den oft dramatischen Geschichten hinter den Verletzungen, die er behandelt. Diese Erfahrungen, die er dort sammelt, gehören zu den bewegendsten seines Lebens. Ähnlich wie Haller engagieren sich auch andere Mitglieder des Vereins ODW, darunter Dr. Fritjof Schmidt-Hoensdorf und Unfallchirurg Dr. Artur Klaiber, um den Bewohnern von Sierra Leone medizinische Versorgung zukommen zu lassen.
ODW betreibt mittlerweile zwei OP-Säle, die größtenteils von den Mitgliedern eingerichtet wurden. Regelmäßige Einsätze von Orthopäden und Unfallchirurgen sind ein fester Bestandteil der Versorgung vor Ort. Zu den häufigsten Behandlungsfällen zählen Pseudarthrosen, Osteomyelitis und schwere Fußverformungen, wie Klumpfuß. Neu hinzukommend ist die Versorgung von Opfern von Verkehrsunfällen, was die Dringlichkeit weiterer Unterstützung noch einmal verstärkt.
Spenden und Unterstützung
Wie man das Projekt unterstützen kann? Laut gesellschaft-fuer-fusschirurgie.de können Spenden per Überweisung an den Verein „Orthopädie für die Dritte Welt“ getätigt werden. Hier sind die Kontoinformationen:
| IBAN | BIC | Bank |
|---|---|---|
| DE13 7016 9605 0000 6301 87 | GENO DEF1 ISE | VR-Bank Isen |
Jede Spende hilft, die dringend benötigte medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten. Haller und sein Team bitten um Unterstützung für ihre wichtige Arbeit. Für weitere Informationen steht Dr. Fritjof Schmidt-Hoensdorf unter der Telefonnummer +49 8083 9176 oder per E-Mail an fschmidth@t-online.de zur Verfügung. Die Briefadresse lautet Orthopädie für die Dritte Welt e.V., z.Hdn. Dr. Fritjof Schmidt-Hoensdorf, Eck Nr.4, 84424 Isen.