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In Ebersberg liegt den Anwohnern der Schutz ihrer gefiederten Nachbarn besonders am Herzen. Hier scheinen die Störche hartnäckig ihre Nester zu bauen, selbst wenn es Widerstand von offizieller Seite gibt. So berichtete die Süddeutsche Zeitung über die aktuelle Situation: Nachdem die Störche ihren Brutplatz auf einem Strommast aufgegeben hatten, versuchten sie kurzerhand, ein neues Nest zu errichten. Dies fiel jedoch den Mitarbeitern der Deutschen Bahn ins Auge, die prompt Maßnahmen zur Zerstörung des Nests einleiteten.

Doch die Anwohner und Mitarbeiter der lokalen Kunstschmiede Bergmeister ließen sich nicht so leicht unterkriegen. Sie protestierten lautstark gegen die geplante Räumung des Storchennests, das bereits in der Vergangenheit als Brutplatz genutzt wurde. Der Chef der Kunstschmiede, Matthias Larasser, zeigte sich empört über die plötzliche Entfernung des Nests und bot seine Unterstützung an, um einen neuen Horst auf dem Gelände der Schmiede zu schaffen. „Einen Ersatzhorst bauen, das sollte kein Problem sein!“, meinte er, während die Störche mit Eifer an ihrem neuen Bau werkten.

Ein friedlicher Protest

Am Freitagvormittag versammelten sich zahlreiche Handwerker und Anwohner unter dem Strommast, während die Störche mit Zweigen zu Werke gingen. Die Stimmung unter den Protestierenden war durchwegs gut, und selbst der Bahnmitarbeiter, der versuchte, telefonisch eine Lösung zu finden, fand sich in einer humorvollen Situation wieder. Schließlich zog die Bahn nach stundenlangem Hin und Her unverrichteter Dinge ab. Fortan durften die Störche ihr Nest in Ebersberg errichten, zumindest bis der temporäre Ersatzhorst in der Kunstschmiede fertig war. Merkur berichtete, dass die Protestierenden sogar ein gemeinsames Fest nach der Umsiedlung der Störche planten.

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Neue Horstmöglichkeiten in Sicht

Die Deutsche Bahn hat jedoch auch in anderen Gebieten vorgesorgt. So wurde bei Bichl ein Ersatzhorst geschaffen, der einem Storchenpaar als neues Zuhause dienen soll. Dieser besteht aus einem stabilen Stahlmast mit einer Plattform und einem Nistkorb, der speziell entworfen wurde, um den Bedürfnissen der Störche gerecht zu werden. Dazu informierte die Deutsche Bahn, dass der Mast ein zehn Meter hohes Konstrukt ist, das mit einem Weidengeflecht versehen wurde. Dies geschah als Teil der Sanierung der Oberleitungsanlage und um den Weißstörchen, die in Deutschland streng geschützt sind, einen sicheren Nistplatz zu bieten.

In Ebersberg kommt es zu einem spannenden Zusammenspiel aus Mensch und Natur. Die Hartnäckigkeit der Störche gepaart mit dem Engagement der Anwohner zeigt, wie wichtig der Erhalt dieser traditionsreichen Brutplätze ist. Ob das neue Nistangebot der Kunstschmiede oder die Maßnahmen der Deutschen Bahn von Erfolg gekrönt sind, bleibt abzuwarten, doch die lokale Gemeinschaft ist bereit, für ihre Störche zu kämpfen.