Der Wunsch nach einem sicheren Radweg zwischen Hohenlinden und Ebersberg ist in der Region schon lange ein Thema. Viele Bürgerinnen und Bürger fordern eine ganzjährig nutzbare Verbindung zwischen der Gemeinde und der Kreisstadt. Leider zeigt die aktuelle Planung entlang der Staatstraße St 2086 aufgrund stockender Grundstücksverhandlungen zunehmend unrealistische Züge. Hier könnte eine alternative Streckenführung über „Ludwig Geräumt“ sowie den bestehenden Radweg entlang der Staatsstraße St 2080 eine Lösung bieten. Diese Alternative bringt mehrere wesentliche Vorteile mit sich, was von Thomas von Sarnowski, Kreisrat und Landratskandidat, betont wird. Er weist auf die lange Liste geplanter, aber nicht umgesetzter Radwege hin, die oft an Grundstücksfragen scheitern. Seine Forderung: eine pragmatische Lösung, die Sicherheit, schnelle Umsetzung und einen minimierten Flächenverbrauch vereint.
Johannes Rumpfinger, Kreisrat und 3. Bürgermeister von Hohenlinden, unterstützt den Wunsch nach einem sicheren Radweg und hebt die klare Rückmeldung der Bürgerschaft hervor. Um eine attraktive Verbindung zu schaffen, sollen zudem die gefährlichen Querungen an der Staatsstraße 2080 entschärft und die Fahrbahnoberfläche verbessert werden. Der Antrag zum Radweg Ebersberg-Hohenlinden wurde bereits gestellt, was einen ersten Schritt in die richtige Richtung darstellt (Quelle).
Ausbau des Radwegenetzes im Landkreis Ebersberg
Der Landkreis Ebersberg plant zudem den Ausbau des regionalen Radwegenetzes mit einer Investition von rund 6,1 Millionen Euro im Jahr 2024. Zu den geplanten Maßnahmen gehört unter anderem die Weiterführung des Radwegs von Grafing-Bahnhof nach Taglaching. Hierbei sind allerdings Abstimmungen mit der Unteren Naturschutzbehörde notwendig, da ein Teilstück entlang eines alten Bahndamms verlaufen soll. Der Radverkehr wird jedoch nicht über diesen Bahndamm geführt, was die Sicherheit der Radfahrenden erhöht (Quelle).
Ein weiteres Projekt umfasst die geplante Radspur auf beiden Seiten der Gruber Straße in Poing, um den hohen Unfallzahlen mit Radfahrern entgegenzuwirken. Zudem ist ein Radweg entlang der Kreisstraße EBE 5 von Anzing nach Schwaberwegen in Planung, dessen Bau sich jedoch auf 2025 verzögert hat, da Naturschutzfragen geklärt werden müssen. Diese Maßnahmen zeigen, dass der Landkreis Ebersberg aktiv an der Verbesserung der Radinfrastruktur arbeitet.
Herausforderungen und Lösungsansätze
In ländlichen Räumen Deutschlands fehlen oft durchgängige, attraktive und sichere Radrouten. Viele außerörtliche Radrouten führen überregionalen Straßen ohne eigene Radinfrastruktur, was Radfahrende dem Kfz-Verkehr mit hohen Geschwindigkeiten aussetzt. Dies beeinträchtigt sowohl die subjektive als auch die objektive Sicherheit und den Komfort der Radfahrenden. Langfristig ist der Bau straßenbegleitender Radwege an allen Ortsverbindungen aufgrund der hohen Investitionskosten und Nachhaltigkeitsgründen nicht möglich. Daher werden alternative Lösungen benötigt, um den Radverkehr flächendeckend zu fördern (Quelle).
Das Projekt zur Verbesserung des Radverkehrs sieht die Entwicklung eines Leitfadens vor, der Kommunen, Kreisen und Straßenbauverwaltungen bei der Ausweisung und Verbesserung außerörtlicher Radverkehrsrouten unterstützen soll. Ziel ist es, dichte, sichere und attraktive Radverkehrsnetze im Außerortsbereich zu schaffen. Hierbei könnten außerörtliche Fahrradstraßen, ausgebaute Wirtschaftswege oder verkehrsrechtliche Maßnahmen als Alternativen zu straßenbegleitenden Geh- und Radwegen dienen.
Insgesamt zeigen die aktuellen Entwicklungen und Pläne in der Region Ebersberg, dass die Verantwortlichen großes Interesse haben, die Radinfrastruktur zu verbessern und sicherer zu gestalten. Der Weg zu einem flächendeckend nutzbaren und sicheren Radwegenetz ist jedoch noch lang und erfordert Zusammenarbeit, Geduld und innovative Lösungen.