Die Kommunalwahl im Landkreis Ebersberg hat am 8. März 2026 die politische Landschaft erneut neu geordnet. Robert Niedergesäß von der CSU wurde mit 56,7 Prozent der Stimmen im ersten Anlauf wiedergewählt. Damit entging er einer möglichen Stichwahl, die in anderen Gemeinden des Landkreises, wie Pliening und Zorneding, erforderlich sein wird. Sein Hauptkonkurrent, Thomas von Sarnowski von den Grünen, erzielte mit 30,4 Prozent das beste Ergebnis, das ein Grünen-Kandidat im Landkreis Ebersberg je erreicht hat. Er selbst kommentierte stolz, dass die Grünen „wieder da – oder nie weg“ seien und sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit im Kreistag freue. Christoph Birghan von der AfD kam auf 12,9 Prozent, zog sich allerdings vor den Gratulationen von der Wahlparty zurück.
Niedergesäß, der seine dritte Amtszeit antritt, ist mit seinem Ergebnis zufrieden, will jedoch an seinem Einfluss arbeiten, um lokale Themen stärker in den Vordergrund zu rücken. In den vergangenen Jahren war er vermehrt mit globalen Krisen konfrontiert, wie er selbst einräumte. Sein Ziel für die kommende Amtszeit ist es, einen Fokus auf Projekte wie die Klinikrettung und den Schulbau zu legen. Dabei hat sich das Ergebnis im Vergleich zu 2020 (60,9 Prozent) zwar leicht reduziert, dennoch sieht Niedergesäß die Wahrscheinlichkeit einer Stichwahl als gering an, was ihn in seiner Position bestärkt.
Änderungen im Bürgermeisteramt
Die Wahl brachte auch einen bemerkenswerten Wechsel im Bürgermeisteramt mit sich. Gleich drei Bürgermeister wurden im ersten Wahlgang abgewählt. So wurde die Bürgermeisterin von Steinhöring, Martina Lietsch (CSU), mit minimalem Vorsprung von Christian Schächer (CSU) abgelöst. Auch in Bruck gab es Wechsel: Josef Schwäbl (CSU) musste Katharina Dengl (Liste Einigkeit) den Vortritt lassen, und in Hohenlinden verlor Ludwig Maurer (ÜWG) gegen Theo Falterer (CSU).
Insgesamt stehen in mehreren Gemeinden neue Gesichter an der Spitze: In Anzing wird Kathrin Alte die Amtsgeschäfte übernehmen, in Aßling wird Sebastian Brilmayer Bürgermeister, und in Baiern wurde Martin Riedl gewählt. Auch in den anderen Gemeinden wie Ebersberg (Ulrich Proske), Egmating (Inge Heiler) und Grafing (Christian Bauer) gibt es frische Kräfte, die nun die Verantwortung tragen.
Bayerische Wahlinformationen
Das Bayerische Landesamt für Statistik hat die Wahlergebnisse aufbereitet und veröffentlicht. Interessierte finden detaillierte Informationen zur Kommunalwahl auf der Webseite Statistik Bayern, die auch die vergangenen Wahldaten berücksichtigt. Die Aufbereitung der Ergebnisse ist Teil der umfassenden Dokumentation, die unter www.kommunalwahl2026.bayern.de zur Verfügung steht.
Die Kommunalwahl im Ebersberger Land war somit nicht nur eine Herausforderung für die amtierenden Politiker, sondern auch ein klares Signal für den Wählerwillen in der Region. Was die nächsten Jahre bringen werden, ist mit Spannung zu erwarten – besonders hinsichtlich der Umsetzung der lokalen Projekte, die Niedergesäß auf die Agenda gesetzt hat.



