In der Stadt Ebersberg geht es gerade hoch her – allerdings nicht im positiven Sinne. Die Verkaufsbilanz der luxuriösen Baugrundstücke im neuen Baugebiet Hörmannsdorf sorgt für längere Gesichter bei den Stadtvertretern. Wie Merkur berichtet, findet die Stadt keine Käufer für die hochpreisigen Parzellen. Viele Grundstücke gelten als viel zu groß und überteuert, was angesichts der derzeitigen Marktlage nicht gerade verwunderlich ist.
Um diesem Problem entgegenzuwirken und neuen Wohnraum zu schaffen, plant die Stadt Ebersberg eine kleinteiligere Aufteilung der Parzellen. Der technische Ausschuss hat jüngst den Beschluss gefasst, die Nutzung der Grundstücke flexibler zu gestalten. Bisher sind auf zwei der Parzellen nur Einzelhäuser mit bis zu zwei Wohneinheiten erlaubt. Um künftig auch Doppelhäuser oder eine Realteilung zu ermöglichen, sind Änderungen am Bebauungsplan notwendig.
Das richtige Händchen finden
Dabei gibt es in der Stadt bereits einige Bedenken, vor allem seitens Bauamtsleiter Christian Stöhr. Dieser warnt vor möglichen Widersprüchen von Nachbarn, sollte die Bebauungsdichte durch die geplanten Änderungen steigen. In Zeiten, in denen Wohnraum knapp ist, möchte die Stadt jedoch anpacken. Die technische Erschließung, sprich Wasser-, Kanal- und Regenwasserleitungen, ist bereits vorhanden, was den Weg für die neuen Pläne ebnen könnte.
Die Änderungen am Bebauungsplan sind mit Kosten von rund 9000 Euro für das beauftragte Büro verbunden. Für die Stadt stellt sich die Frage, wie diese zusätzlichen Erschließungskosten gedeckt werden sollen. Die Pläne sehen vor, diese über die Kaufpreise der Grundstücke abzurechnen. So könnte man auch eine dichtere Bebauung in Form von Vier- oder Fünfspännern realisieren, was für die Stadt ein willkommener Zuwachs an Wohnraum wäre.
Ein Blick in die Pläne
Interessierte können sich auf ebersberg.de über die Bebauungspläne informieren. Diese sind über eine Übersichtskarte einsehbar und bieten eine gute Erstinformation. Allerdings ist zu beachten, dass die Digitalisierung und Umwandlung in PDF-Dateien manchmal zu einem Verlust der Originalqualität führen kann. Verbindliche Auskünfte erfährt man allerdings nur, wenn man auf die originale Satzung der Stadt Ebersberg zurückgreift. Diese sind im Bauamt während der Rathausöffnungszeiten einsehbar, und Termine außerhalb der Öffnungszeiten können vereinbart werden.
Die Stadt Ebersberg muss nun dringend Handeln und die Pläne in die Tat umsetzen. Da heißt es, die Augen offen zu halten, um am Ende vielleicht doch noch ein gutes Geschäft mit den Grundstücken zu machen.



