In der Gemeinde Ebersberg tut sich was im Bereich erneuerbare Energien: Die Stadt plant den Bau von drei Windenergieanlagen auf privaten Flächen nördlich des Ebersberger Gewerbegebiets. Kürzlich wurden am südöstlichen Rand des Ebersberger Forstes Bodenuntersuchungen durchgeführt, die nun den ersten Schritt in Richtung Realisierung des Projekts markieren. Wie merkur.de berichtet, zeigte sich Jagdpächter Max Schauberger überrascht von den Bohrungen in seinem Revier, während Bürgermeister Ulrich Proske seine Vorfreude auf das bevorstehende Vorhaben zum Ausdruck brachte.
Die geplanten Windrad-Standorte befinden sich nicht im Staatswald. Damit sind sie auch nicht vom Bürgerentscheid 2021 betroffen, der die Anzahl der Windanlagen im Staatswald auf fünf begrenzt hat. Insgesamt könnten somit bis zu zehn Windräder im Ebersberger Forst realisiert werden, wobei fünf im Staatswald und fünf im Privatwald stehen sollen. Hans Zäuner und Werner Stinauer, die bereits mehrere Windkraftanlagen im Landkreis erfolgreich betreiben, sind die Hauptprojektanten dieses Unterfangens.
Ein gutes Händchen für nachhaltige Energie
Eine besonders spannende Perspektive bietet die geplante Kooperation mit der Waldbesitzervereinigung Ebersberg-München Ost. Die Stadt setzt dabei auf ein Genossenschaftsmodell, das auch den Bürger:innen von Ebersberg zugutekommt. „Regionaler Ansatz wird großgeschrieben“, sagt Waldbesitzer Fauth, der die Wichtigkeit regionaler Energieerzeugung und die damit verbundene Wertschöpfung betont.
Allerdings gibt es auch Herausforderungen zu meistern, die vor allem die Genehmigungsphase betreffen. Bürgermeister Proske wartet auf den Bauantrag, während die Projektanten schätzen, dass der Bau mehrere Jahre in Anspruch nehmen könnte. Die Wirtschaftlichkeit des Projekts hängt entscheidend von der Ausschreibung nach der Baugenehmigung ab, was in der aktuellen Diskussion über die Zukunft erneuerbarer Energien in Bayern von großer Bedeutung ist.
Windkraft als alternative Energiequelle
Windenergie erweist sich als wertvolle Ergänzung zur Sonnenstromversorgung. Laut der Energieagentur Ebersberg-München bieten Kleinwindkraft-Anlagen eine praktische Alternative. Ob nun am Boden oder auf Dächern installiert, die verschiedenen Windkraft-Systeme, wie die klassischen Vertikalachser mit drei Rotorblättern oder die weniger effizienten Horizontalachser, finden immer mehr Anklang. Wichtig ist dabei, dass ab einer Gesamthöhe von 10 Metern eine Baugenehmigung benötigt wird, die die Einhaltung von Immissionsschutzbestimmungen sowie den Natur- und Artenschutz umfasst.
Ob die geplanten Windräder tatsächlich aufgestellt werden können, hängt jedoch nicht nur von den Genehmigungsverfahren ab, sondern auch von der Akzeptanz der Bevölkerung und dem regionalen Nutzen. Eine Windmessung vor Ort könnte zudem Aufschluss über die Ertragschancen geben.