Die nordschwäbische Wirtschaft zeigt aktuell Anzeichen einer leichten Erholung, insbesondere im Landkreis Donau-Ries, der mit niedrigen Arbeitslosenzahlen als wirtschaftliches Zugpferd gilt. Laut der Industrie- und Handelskammer (IHK) ist der IHK-Konjunkturindex um acht Punkte auf 106 gestiegen, was ein Wachstum signalisiert, da Werte über 100 als positiv gewertet werden. Matthias Hausmann, IHK-Regionalgeschäftsführer, betont, dass es sich hierbei nicht um eine große Trendumkehr handelt, sondern um eine schrittweise Verbesserung. Trotz dieser positiven Entwicklung erwartet die IHK jedoch von der Politik konkrete Maßnahmen, um den nachhaltigen wirtschaftlichen Schwung zu sichern.
Die IHK hat verschiedene Forderungen formuliert, um die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern. Dazu gehören der Abbau von Bürokratie und wachstumshemmenden Regularien, die Senkung der Stromsteuern auf ein europäisches Mindestmaß, die Reduzierung der Netzkosten sowie die Absenkung der Unternehmenssteuern auf 25%. Zudem wird eine schnellere und unternehmensfreundliche Genehmigungspraxis von Kommunen und Landratsamt gefordert. Aktuell bewerten 28% der IHK-Unternehmen ihre Geschäftslage als „gut“, während 55% sie als „befriedigend“ und 17% als „schlecht“ einstufen. Der Trend zeigt sich in nahezu allen Branchen leicht positiv, mit Ausnahme des Einzelhandels.
Herausforderungen am Arbeitsmarkt
Die wirtschaftliche Lage bleibt jedoch angespannt. Die IHK-Konjunkturumfrage für den Herbst 2025 zeigt einen regionalen Konjunkturindex von nur 98 Punkten, was deutlich unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 114 Punkten liegt. Andreas Dirr, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Donau-Ries, berichtet von stagnierenden Unternehmen in Produktion, Handel und Dienstleistungen. Von den 61 Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, bewerten 23% ihre Geschäftslage als gut, 23% als schlecht und 54% als befriedigend. Nur 11% rechnen mit einer Verbesserung in naher Zukunft, während 15% eine Verschlechterung erwarten.
Die Ursachen für die angespannte Lage sind vielfältig. Hohe Kosten für Arbeit und Energie sowie regulatorische Belastungen und eine schwache Nachfrage belasten die Unternehmen. Auch der Arbeitsmarkt zeigt die Auswirkungen der Krise: Die Zahl der geplanten Neueinstellungen bleibt hinter den Personalabbauplänen zurück, obwohl die Arbeitslosenquote im Donau-Ries mit 2,5% als niedrig gilt. Die neuen Stellen entstehen überwiegend im öffentlichen Sektor, während die private Wirtschaft bei Neueinstellungen zögerlich bleibt. Matthias Hausmann warnt, dass die Krise zunehmend den Arbeitsmarkt erreicht.
Einblicke in die gesamtwirtschaftliche Lage
Die aktuellen Konjunkturindikatoren auf gesamtdeutscher Ebene zeigen keine nennenswerte wirtschaftliche Erholung im dritten Quartal 2025. Höhere US-Zölle dämpfen die deutschen Ausfuhren, insbesondere in die USA. Die Industrieproduktion leidet unter rückläufigen Auslandsaufträgen, während die Binnenwirtschaft, insbesondere das Baugewerbe, Anzeichen der Stabilisierung zeigt. Im August sank das Produktionsvolumen im produzierenden Gewerbe um 4,3% im Vergleich zum Vormonat, was auch auf Sondereffekte im Automobilbereich zurückzuführen ist.
Die Inflationsrate steigt im September auf 2,4%, und die Arbeitslosigkeit nahm um 14.000 Personen zu. Unternehmensinsolvenzen sind im Juli um 12,3% gestiegen. In Anbetracht dieser Faktoren ist es entscheidend, dass die regionalen Unternehmen und die politische Landschaft zusammenarbeiten, um die wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen und eine nachhaltige Erholung zu fördern. Die IHK fordert daher eine umfassende Wirtschaftswende, um den Unternehmen in der Region Donau-Ries die notwendige Unterstützung zu bieten.
Für weitere Informationen über die wirtschaftliche Situation im Landkreis Donau-Ries und die aktuellen Entwicklungen in der nordschwäbischen Wirtschaft, besuchen Sie bitte die Augsburger Allgemeine und Donau-Ries Aktuell.