Im Herzen von Donauwörth wird derzeit fleißig an der Neugestaltung des ehemaligen Tanzhauses gearbeitet. Die Rückbauarbeiten sind nun abgeschlossen, und die nächste große Bauphase hat bereits begonnen. Von Böden, Wandverkleidungen und Decken bis hin zu vielen Wänden – alles wurde fachgerecht entfernt und entsorgt. Der Blick ins Innere offenbart ein vollständig entkerntes Gebäudeskelett, das die Basis für die kommenden Veränderungen bildet. Besonders hervorzuheben ist das Erdgeschoss, in dem früher die Tanzhauspassage untergebracht war. Im 2. Dachgeschoss ist geplant, ein neues Trauzimmer zu schaffen, während im 1. Dachgeschoss die Küche des ehemaligen Tanzhaus-Restaurants stand. Die Umgestaltung des Tanzhauses verspricht, ein bedeutendes Projekt für die kulturelle Infrastruktur der Stadt zu werden (Donau-Ries Aktuell).
Der symbolische Baubeginn für diesen Umbau wurde von Staatsminister Christian Bernreiter feierlich eingeweiht. Er betonte die wichtige Rolle dieses Projektes für die Stadtentwicklung und die kulturelle Infrastruktur in Donauwörth. Die Stadt erhält Städtebauförderungsmittel in Höhe von 4,8 Millionen Euro von Bund und Land, um das Tanzhaus in ein multifunktionales Haus für Kultur, Bildung und Bürgerservice zu transformieren. Geplant sind unter anderem eine Stadtbibliothek mit Café, eine Tourist-Information, ein Kulturbüro sowie ein Backstagebereich und eine Cateringküche. Eine Terrassenanlage auf dem Merkurplatz wird zudem dafür sorgen, dass Café und Bibliothek harmonisch mit dem Außenbereich verbunden werden können (Donauwörth.de).
Ein Blick auf die nächsten Schritte
Nachdem die Rückbauarbeiten nun erfolgreich abgeschlossen sind, stehen die nächsten Schritte bereits in den Startlöchern. Dazu gehören die Einrichtung der Baustelle, die Aufstellung von Mannschafts- und Besprechungscontainern sowie die Baustellenumhausung. Die Rohbauarbeiten werden mit Freilegungen am Merkurplatz und statischen Ertüchtigungen im Gebäude beginnen. Auch statische Verstärkungen sowie der Bau eines neuen nördlichen Treppenhauses sind geplant. Parallel dazu laufen tiefbau- und drainagetechnische Arbeiten am Merkurplatz und in den Untergeschossen. Ab September soll der technische Ausbau, inklusive Heizungs- und Lüftungsbau sowie Elektroinstallation, beginnen. Das gesamte Projekt wird voraussichtlich bis zum Frühjahr 2028 abgeschlossen sein, rechtzeitig zur Landesgartenschau (Donauwörth.de).
Das Tanzhaus wird nicht nur als Veranstaltungsort dienen, sondern auch als kultureller Treffpunkt zur Belebung der Innenstadt beitragen. Rund 55 verschiedene Gewerke sind an diesem umfangreichen Umbau beteiligt, was die logistischen Herausforderungen bei Materialanlieferungen und Bauabläufen in der Innenstadt unterstreicht. Doch das Ergebnis wird eine moderne Infrastruktur bieten, die den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger gerecht wird.
Städtebauförderung als Rückgrat der Entwicklung
Die Finanzierung solcher Projekte ist oft das Rückgrat der städtischen Entwicklung. Die Städtebauförderung des Bundes unterstützt seit über 50 Jahren die nachhaltige Stadtentwicklung in Deutschland und stellt im Bundeshaushalt 2024 stolze 790 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel ist es, Innenstädte und Ortszentren zu stärken, sozial benachteiligte Quartiere aufzuwerten und nachhaltige städtebauliche Strukturen zu fördern. In diesem Kontext sind auch Klimaschutzmaßnahmen seit 2020 eine Fördervoraussetzung geworden. Die Städtebauförderung ist ein wichtiger Bestandteil des Gesamtdeutschen Fördersystems, das strukturschwache Regionen unterstützen soll (BMWSB).
Mit dem Umbau des Tanzhauses in Donauwörth wird nicht nur ein historisches Gebäude revitalisiert, sondern auch der Grundstein für eine zukunftsorientierte kulturelle Entwicklung gelegt. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein für die Realisierung dieser visionären Pläne und die Stärkung der Stadt als lebendigen Ort für Kultur und Gemeinschaft.



