In Pessenburgheim ist die Freiwillige Feuerwehr nicht nur ein wichtiger Teil des Gemeinschaftslebens, sie wird auch von einer bemerkenswerten Persönlichkeit geleitet: Veronika Heckl-Weis. Seit drei Jahren steht sie der Feuerwehr vor und ist damit die einzige Kommandantin im gesamten Landkreis Donau-Ries. Über 400 Einwohner zählt das Dorf, und die Feuerwehr ist der einzige Verein vor Ort. Ein Ort, an dem Ehrenamt und Gemeindegeist Hand in Hand gehen.
Heckl-Weis trat bereits im Alter von 16 Jahren in die Feuerwehr ein. Ihre erste große Herausforderung als Kommandantin kam im Juni 2024, als sie sieben Einsätze während eines Hochwassers koordinieren musste. Trotz des Drucks sieht sie ihre Rolle nicht als außergewöhnlich an. Vielmehr liegt es ihr am Herzen, besonders junge Frauen und Mädchen zu ermutigen, sich ebenfalls für die Feuerwehr zu engagieren. „Es gibt keine Vorurteile gegenüber Frauen in diesem Beruf“, betont sie, „jeder Dienst eignet sich nicht für jeden, aber ich will zeigen, dass Frauen hier genauso willkommen sind.“
Pionierarbeit für Frauen in Feuerwehrberufen
Heckl-Weis ist nicht die einzige Frau in einer Führungsposition bei der Feuerwehr. In Berlin beispielweise leitet Beatrice Wrenger die Feuerwache Charlottenburg-Nord, wobei auch sie an die Wichtigkeit der Frauen in der Feuerwehr appelliert. Seinerzeit unterstrich Wrenger, dass Frauen das Arbeitsklima positiv beeinflussen und helfen, die Männerdomäne aufzubrechen. Leider sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert: 2022 lag der Anteil im feuerwehrtechnischen Dienst in Deutschland bei nur 4 Prozent. Die Fortschritte sind jedoch spürbar, denn Wachen mit Erfahrungen im Umgang mit Frauen neigen dazu, entspannter und aufgeschlossener zu agieren, wie die Zeit berichtet.
Gleichzeitig wird der Weg für Frauen immer noch durch Hürden erschwert, insbesondere durch den schwierigen Sporttest in der Grundausbildung. Anforderungen wie eine Brustpresse von 30 kg für 20 Wiederholungen sind eine große Herausforderung für viele. Wrenger wünscht sich eine größere Willkommenskultur für Frauen in der Feuerwehr, ähnlich den Bestrebungen, die man bei der Polizei beobachtet. Diese Sichtweise wird auch von der Kommission „Frauen in Feuerwehr und Rettungsdiensten“ unterstützt, die internationale Perspektiven beleuchtet.
Ein starkes Vorbild und Engagement für die Gemeinde
Die Vorbilder wie Veronika Heckl-Weis und Beatrice Wrenger Sie sorgen für frischen Wind und eine neue Sichtweise in der Feuerwehrwelt. Heckl-Weis plant darüber hinaus, auch politisch aktiv zu werden und kandidiert für den Gemeinderat auf der Liste der Jungen Wählergemeinschaft. Ihre Motivation schöpft sie unter anderem aus der Geschichte ihrer Familie – ihr Großvater war Ehrenmitglied der Feuerwehr und hat sie stets inspiriert.
So bleibt zu hoffen, dass mehr Frauen den Weg zur Feuerwehr finden, und dass die kommenden Jahre noch mehr positive Veränderungen in der Wahrnehmung und Integration von Frauen in Feuerwehrberufen bringen. Es wird Zeit, dass diese talentierten und engagierten Frauen die Türen zu einer Männerdomäne weiter aufstoßen, wie auch die CTIF erhofft.
In Pessenburgheim ist die Feuerwehr unter dem Kommando von Veronika Heckl-Weis nicht nur ein Dienst, sondern ein echtes Zeichen der Gemeinschaft, welches zeigt, dass jeder sich einzubringen kann, egal ob Mann oder Frau.