Inmitten der kriegerischen Auseinandersetzungen am Persischen Golf sind Touristen aus dem südlichen Landkreis Donau-Ries in eine angespannte Situation geraten. Während ihres Urlaubs in Abu Dhabi, wo sie Attraktionen wie die Formel-1-Rennstrecke und das Louvre-Museum besichtigten, erhielten sie am Samstagnachmittag eine schockierende Nachricht vom Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 4“. Diese SMS forderte die Reisenden auf, ihren Landgang abzubrechen und umgehend in den Hafen zurückzukehren. Seither sitzen ein Ehepaar und ihre zwei Enkelkinder auf dem Schiff fest und beobachten die Entwicklungen rund um sie herum mit gemischten Gefühlen von Hoffnung und Angst, wie die Augsburger Allgemeine dokumentiert.
Am Sonntagnachmittag kam es zu einem dramatischen Vorfall: Über Port Zayed in Abu Dhabi stiegen schwarze Rauchsäulen auf, als zwei iranische Drohnen ein Lagerhaus des Marinestützpunkts Al Salam trafen. Passagiere auf „Mein Schiff 4“ berichteten von laut erschütternden Explosionen und einer angespannten Stimmung an Bord. Um 16:30 Uhr gab es einen Notfall-Alarm und die Crew forderte die Gäste auf, sich im Theater des Schiffes zu versammeln, was viele Passagiere in Panik versetzte. Die Außendecks und Balkone des Schiffs blieben gesperrt und die Sicherheitslage verschlechterte sich weiter, wie der Berliner Kurier beschreibt.
Die Auswirkungen der Kämpfe
Die Situation im Persischen Golf hat nicht nur Auswirkungen auf die Passagiere von „Mein Schiff 4“. Zahlreiche Kreuzfahrtschiffe in der Region sind betroffen. Beispielsweise stehen auch die „Mein Schiff 5“, „MSC Euribia“, „Celestyal Discovery“ und „Celestyal Journey“ unter dem Schatten der Eskalation. Damit gebrochenen Reiseplänen und Sorgen über Sicherheit sind mehrere Reedereien gezwungen, Reisen für die kommenden Tage abzusagen.
Ein zusätzliches Problem stellt der weitgehend geschlossene Luftraum über dem Golf dar. Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi und Doha berichten von erheblichen Einschränkungen, während Hunderte Flüge weltweit gecancelt oder umgeleitet wurden. Die Straße von Hormus ist blockiert, was den Passagieren uneingeschränkte Ausfahrten aufs offene Meer verwehrt. Während auf „Mein Schiff 4“ der Hotelbetrieb weiterläuft, bleibt der Aufenthalt für die Passagiere ein emotionaler Balanceakt zwischen Normalität und der Ungewissheit der Lage.
Reisewarnungen und Registrierungen
In dieser angespannten Lage hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für mehr als ein Dutzend Länder in der Region herausgegeben. Deutsche Reisende, die an anderen Orten wie Sydney sind, berichten von langen Schlangen und gestrichenen Flügen der Etihad Airways. Über 10.000 Deutsche haben sich auf der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts registriert, um bei Bedarf schnell benachrichtigt zu werden.
Die Geschehnisse auf „Mein Schiff 4“ zeigen eindrücklich, wie schnell sich eine Urlaubsreise in ein Drama verwandeln kann. Die Reisenden aus Donau-Ries sind dabei nur einige von vielen, die hautnah erleben müssen, was es bedeutet, sich in einem Krisengebiet zu befinden. Hoffen wir, dass sich die Lage bald entspannt und alle sicher zurückkehren können.