Heute ist der 20.02.2026 und die politische Landschaft im Landkreis Donau-Ries könnte sich bald ändern. Bei der jüngsten Wahlversammlung in Graisbach, die vom CSU-Ortsvorsitzenden Andreas Mayr geleitet wurde, kamen zahlreiche Besucher zusammen, um sich über die Pläne der CSU-Landratskandidatin Claudia Marb zu informieren. Ein zentrales Thema ihrer Ansprache war der Bürokratieabbau im Landkreis. Marb plant, sich nach ihrer Wahl für den Landkreis als Modellregion beim „Einfach-mal-machen-Gesetz“ der Staatsregierung einzusetzen. Ihr erklärtes Ziel: Schnelle und bürgernahe Verfahren mit weniger Bürokratie.
Marb möchte eine „gute und gerechte Chefin“ für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes sein. Auch Bürgermeister Alois Schiegg kam zu Wort und thematisierte wichtige kommunalpolitische Anliegen in Marxheim, während er gleichzeitig für seine Wiederwahl als Bürgermeister und Kreisrat warb. In dieser aufgeladenen Atmosphäre wird deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger von Donau-Ries auf eine Vereinfachung der Verwaltungsabläufe hoffen.
Bürokratieabbau als zentrales Anliegen
Die Problematik komplizierter Verwaltungsabläufe ist nicht nur lokal von Bedeutung, sondern auch ein zentrales Handlungsfeld der Modernisierungsagenda der Bundesregierung. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, Entscheidungen, Prozesse und Strukturen der öffentlichen Verwaltung zu vereinfachen. Im Rahmen dieser Agenda wurde das neue Portal „EinfachMachen“ ins Leben gerufen. Es bietet Bürgern, Unternehmen, Verbänden und Verwaltungsbeschäftigten die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge einzugeben. Über das Portal können Verbesserungsvorschläge mit sieben Klicks eingereicht werden, was die Hürden für eine aktive Beteiligung senkt.
Das Portal startet zunächst als Beta-Version und wird ab 2026 schrittweise ausgebaut. Eine interessante Neuerung ist die geplante Automatisierung der Analyse der eingereichten Meldungen durch KI, wobei Datenschutz- und Sicherheitsstandards gewahrt werden sollen. Dieses Vorgehen soll dazu führen, dass konkrete und umsetzbare Verbesserungsvorschläge für den Bürokratierückbau erarbeitet werden. Die Bundesregierung hat dafür Maßnahmen zur Bürokratie-Entlastung mit einem Gesamtvolumen von 8 Milliarden Euro vorgesehen, was die Ernsthaftigkeit dieser Thematik unterstreicht.
Ein gemeinsames Ziel
In der Diskussion um Bürokratieabbau und Verwaltungsmodernisierung wird deutlich, dass es sich hierbei nicht nur um ein Problem der lokalen Politik handelt, sondern um eine Gemeinschaftsaufgabe, die alle Ebenen der Verwaltung betrifft. Die Stimmen aus Donau-Ries spiegeln die Erwartungen und Bedürfnisse der Bevölkerung wider, die nach einfacheren, schnelleren und bürgernahen Verfahren verlangen. Die Entwicklungen rund um das „Einfach-mal-machen-Gesetz“ und das Portal „EinfachMachen“ könnten die Weichen für eine zukunftsorientierte Verwaltung stellen.
Der Erfolg dieser Initiativen wird jedoch maßgeblich davon abhängen, wie gut die Politik in der Lage ist, diese Vorschläge in die Tat umzusetzen. Denn letztlich steht nicht nur die Effizienz der Verwaltung auf dem Spiel, sondern auch das Vertrauen der Bürger in ihre Institutionen. Nur durch echte Verbesserungen kann dieses Vertrauen wiederhergestellt werden.