In der Stadthalle Dingolfing herrschte zum feierlichen Zeugnisübergang jubelnde Stimmung. Über 300 Absolventen einer beruflichen Fortbildung erhielten dort ihre Abschlüsse und Meisterbriefe. Viele der erfolgreichen Prüflinge stammen aus dem Landkreis Dingolfing-Landau und haben ihr Können in Fachgebieten wie Elektrotechnik, Gesundheitswirtschaft und Personalwesen unter Beweis gestellt. Alle Absolventen haben erfolgreich ihre Prüfungen bei der IHK Niederbayern abgelegt. Besonders bemerkenswert ist, dass alle Fortbildungsabschlüsse durchweg auf Bachelor- oder Masterniveau liegen.

Die beiden IHK-Vizepräsidenten, Jürgen Greipl und Katharina Venus, hoben in ihren Ansprachen die Bedeutung der Verbindung von Theorie und Praxis hervor. „Das ist entscheidend für den beruflichen Erfolg“, so die beiden. Angesichts der aktuellen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt, der bereits jetzt eine Lücke von 15.000 fehlenden Arbeitskräften aufweist, ist dieser Fokus wichtiger denn je. Laut Prognosen wird diese Zahl bis 2028 auf 22.000 Arbeitskräfte anwachsen. Hier sind junge, engagierte Fachkräfte gefragt, um die wirtschaftlichen Herausforderungen zu meistern.

Hervorragende Leistungen und Dank an Unterstützer

Die Absolventen wurden als Vorbilder für ihre fundierte Ausbildung und kontinuierliche Weiterbildung hervorgehoben. Besonders geehrt wurden auch viele Einzelne, die sich durch exzellente Leistungen auszeichnen konnten. Unter ihnen sind:

  • Geprüfter Betriebswirt: Sebastian Berger (Pilsting)
  • Geprüfte Fachwirte im Gesundheits- und Sozialwesen: Vivien Hahn (Wallersdorf)
  • Geprüfte Handelsfachwirte: Tabea Bode (Reisbach), Maximilian Forster (Landau)
  • Geprüfte Industriefachwirte: Dilara Selena Prezioso (Landau)
  • Geprüfte Personalfachkaufleute: Isabella Irzinger (Moosthenning)
  • Prüfungsbeste Wirtschaftsfachwirtin: Maria Nachtmann (Landau)

Die Dankbarkeit galt auch den Eltern, Partnern, Ausbildungsbetrieben und rund 1000 ehrenamtlichen Prüfern, die sich im IHK-Bezirk Niederbayern engagieren.

Fachkräftemangel – eine Herausforderung für die Zukunft

Die Situation am Arbeitsmarkt ist jedoch angespannt und verlangt nach Lösungen. Die IHK Niederbayern zeigt auf, dass voraussichtlich ein Rückgang der Sozialversicherung-Beschäftigten von 14,9 % bis 2038 zu erwarten ist, wenn man nur die demografische Entwicklung berücksichtigt. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, werden Maßnahmen wie eine schnellere und einfachere Zuwanderung von Fachkräften gefordert.

Ein weiterer Punkt auf der Agenda ist die Verbesserung der Strukturen zur Beschäftigung von Frauen und Älteren sowie die Aktivierung von Langzeitarbeitslosen. Dabei sind die Unternehmen auf Unterstützung der Politik angewiesen, damit bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden. „Das macht ein gutes Geschäft“, betonen die IHK-Vizepräsidenten, „weniger Bürokratie und verlässliche Entscheidungen sind entscheidend, um den Wirtschaftsstandort zu sichern“.

Mit einem Schwung in die Zukunft – die Absolventen haben bei ihrem Graduiertenfest die beste Richtung aufgenommen, und das ist dringend nötig im angespannten Umfeld des Fachkräftemarktes.