Die Grundschule Landau im Landkreis Dingolfing-Landau bereitet sich auf die Einschulung von rund 150 neuen Schulanfängern vor, die ab dem 15. September in die Klassenräume strömen werden. Am Donnerstagabend fand ein Elternabend in der Aula der Schule statt, bei dem Schulleiterin Birgit Ehrenreich die Eltern herzlich willkommen hieß und ihnen die Erwartungen an die Schule vorstellte. Aktuell besuchen 511 Kinder die Grundschule, die sich auf 21 Klassen und vier Vorkursgruppen verteilt. Ein engagiertes Team von 49 Lehrpersonen, pädagogischen Zusatzkräften sowie weiteren Mitarbeitern sorgt für ein positives Schulklima und eine umfassende Betreuung der Schülerinnen und Schüler.
Ein zentrales Thema des Elternabends war die offene Ganztagsbetreuung, die von Simone Steiner und Aline Wiesmann geleitet wird. Unterstützt von 15 Betreuungspersonen, bietet die Grundschule zahlreiche Zusatzangebote, darunter Klassen mit Schwerpunkten in Musik, Sport, Entdecker, Kunst und musisch-bewegt. Die Schulleiterin erläuterte auch die rechtlichen Grundlagen der Schulpflicht sowie die Kriterien für die Schulfähigkeit, welche motorische, kognitive und sozial-emotionale Kompetenzen umfassen. Dabei wurde betont, dass etwa 30% der Lernleistungen durch die Schule und über 60% durch die Familie beeinflusst werden.
Ganztagsbetreuung im Fokus
Die Schuleinschreibung wird an den Tagen 16. und 17. März unter einem neuen Konzept durchgeführt, bei dem sechs Kinder in Kleingruppen auf ihre Schulfähigkeit getestet werden. In Anbetracht der zukünftigen Entwicklungen ist es interessant zu wissen, dass ein Gesetz zur Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter am 16. Juli 2025 in Kraft tritt. Ziel dieses Gesetzes ist es, die Betreuungslücke nach der Kita bei der Einschulung zu schließen. Ab 2026 wird der Anspruch schrittweise, zunächst für die erste Klassenstufe, eingeführt und bis zum Schuljahr 2029/30 auf alle Klassenstufen ausgeweitet. Es bleibt den Eltern jedoch überlassen, ob sie dieses Angebot nutzen möchten.
Der Betreuungsumfang umfasst acht Stunden an allen fünf Werktagen, wobei die Unterrichtszeit angerechnet wird. Auch in den Ferien gilt der Anspruch, wobei die Länder Schließzeiten von maximal vier Wochen festlegen können. Der Bund unterstützt den Ausbau der Ganztagsbetreuungsplätze mit 3,5 Milliarden Euro, und die Betriebskosten liegen in der Verantwortung der Länder. Für den Zeitraum 2020-2022 wurden bis zu 750 Millionen Euro im Rahmen eines „Investitionsprogramms zum beschleunigten Infrastrukturausbau“ bereitgestellt.
Die Umsetzung des Rechtsanspruchs
Ab dem 1. August 2026 wird es erstmals für Erstklässler in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in der Grundschule geben. Während in einigen Bundesländern wie Thüringen und Hamburg bereits viele Kinder von Nachmittagsangeboten profitieren, stehen die westdeutschen Flächenländer vor der Herausforderung, flächendeckend Ganztagsplätze bereitzustellen. Die Umsetzung des Rechtsanspruchs könnte jedoch aufgrund fehlender Ressourcen, unklarer Standards sowie Personal- und Raumproblemen auf Schwierigkeiten stoßen.
Insgesamt wird der Rechtsanspruch als ein wichtiger Schritt in Richtung umfassender Ganztagsbetreuung angesehen. Ziel ist es, eine bessere Förderung der Kinder zu erreichen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Momentan gibt es in westdeutschen Flächenländern oft nur Nachmittagsangebote, die nur für jedes zweite oder dritte Kind verfügbar sind. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass die Grundschule Landau und andere Schulen in der Region sich auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereiten und die notwendigen Strukturen schaffen, um den neuen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden.
Für weitere Informationen zu den Entwicklungen rund um die Ganztagsbetreuung und die Grundschule Landau besuchen Sie bitte die PNP und das BMBF.