Am 13.03.2026 war die Stadthalle in Dingolfing ein Ort des Feierns und der Anerkennung, als über 300 Absolventen einer beruflichen Fortbildung ihre Zeugnisse und Meisterbriefe erhielten. Die Veranstaltung, die zahlreiche Absolventen aus dem Landkreis Dingolfing-Landau zusammenbrachte, zelebrierte die Erfolge in verschiedenen Fachgebieten wie Elektrotechnik, Gesundheitswirtschaft und Personalwesen. Alle Absolventen hatten bei der IHK Niederbayern erfolgreich ihre Prüfungen abgelegt, und die Fortbildungsabschlüsse lagen durchgehend auf Bachelor- oder Masterniveau. Dies zeigt nicht nur das Engagement der Teilnehmer, sondern auch die hohe Qualität der Ausbildung in der Region.
Die IHK-Vizepräsidenten Jürgen Greipl und Katharina Venus betonten in ihren Reden die Bedeutung der Verbindung von Theorie und Praxis für den beruflichen Erfolg. In Anbetracht der Tatsache, dass in der niederbayerischen Wirtschaft bereits jetzt 15.000 Arbeitskräfte fehlen und diese Zahl bis 2028 auf 22.000 anwachsen könnte, ist die Notwendigkeit junger, engagierter Fachkräfte größer denn je. Die Absolventen wurden als Vorbilder für ihre fundierte Ausbildung und kontinuierliche Weiterbildung hervorgehoben, was die Wertschätzung ihrer Leistungen unterstreicht.
Herausforderungen der Wirtschaft
Die IHK hat nicht nur den Absolventen Anerkennung zuteilwerden lassen, sondern auch auf die Herausforderungen hingewiesen, vor denen die Wirtschaft aktuell steht. Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, sind laut den Vertretern der IHK verschiedene Maßnahmen notwendig. Dazu gehören Forderungen an die Politik zur Stärkung der beruflichen Bildung und die Notwendigkeit, Personalnetzwerke zu schaffen sowie Messeauftritte und Fortbildungsangebote auszubauen. Zudem wird eine schnellere und einfachere Zuwanderung von Fachkräften gefordert, um den steigenden Bedarf zu decken.
Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Verbesserung der Beschäftigungschancen für Frauen und Ältere sowie die Aktivierung von Langzeitarbeitslosen. Die Unternehmen erwarten von der neuen Bundesregierung bessere Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und verlässliche Entscheidungen, um den Wirtschaftsstandort zu sichern und Herausforderungen wie die aktuelle Krise zu bewältigen. Dies ist besonders relevant, wenn man die Prognosen betrachtet, die bis 2038 einen Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Niederbayern um bis zu 66.000 Personen vorsehen, falls keine Maßnahmen zur Zuwanderung und Beschäftigungsförderung ergriffen werden.
Ausblick auf die Beschäftigung
Die Analyse der Beschäftigungsentwicklung in Niederbayern zeigt, dass es drei mögliche Szenarien gibt. Im ersten Szenario, das nur die demografische Entwicklung berücksichtigt, wird ein Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um 14,9 % prognostiziert. Das zweite Szenario, das Zuwanderung einbezieht, sieht einen moderaten Rückgang von 0,7 % vor. Im dritten Szenario, das auch steigende Partizipationsquoten von Frauen, Älteren und ausländischen Beschäftigten berücksichtigt, könnte die Beschäftigung bis 2038 sogar um 6,4 % steigen.
Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, den Fachkräftemangel aktiv anzugehen und die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Integration von neuen Arbeitskräften zu gestalten. Die Absolventen der Fortbildung in Dingolfing sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung, und ihre Erfolge sind ein positives Signal für die Zukunft der regionalen Wirtschaft.
Für weitere Informationen zu den Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt in Niederbayern und den Maßnahmen der IHK können Sie die entsprechenden Analysen hier sowie die Beschäftigungsprognosen hier nachlesen.