Am vergangenen Freitag war es für 77 junge Facharbeiter im BMW Group Werk Dingolfing ein ganz besonderer Tag. Sie erhielten ihre Abschlusszeugnisse in einer feierlichen Freisprechung. Unter den Absolventen sind 21 Frauen, die in elf verschiedenen Berufen ausgebildet wurden. Besonders hervorzuheben sind die Leistungen von Lea Streibl und Natalie Winkler, die als Prüfungsbeste in der Fachkraft für Lagerlogistik mit der Note 1,3 abschlossen. Lea plant, Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren, während Natalie eine Weiterbildung zum Meister anstrebt. Beide berichteten von vielen interessanten Projekten während ihrer Ausbildungszeit und zeigen, wie wertvoll die Ausbildung im eigenen Haus ist, wie Werkleiter Christoph Schröder betonte.
Die Bedeutung der Ausbildung wird auch von Betriebsratsvorsitzendem Stefan Schmid unterstrichen, der die jungen Facharbeiter als die Zukunft des Unternehmens sieht. In diesem Kontext ist es erwähnenswert, dass die BMW Group weiterhin in die Ausbildung investiert. Am 1. September starteten rund 330 Auszubildende und dual Studierende im BMW Group Werk Dingolfing ins Berufsleben, was den 26. Ausbildungsjahrgang seit der Eröffnung des Berufs- und Ausbildungszentrums (BIZ) vor 25 Jahren markiert. Das BIZ wird in den kommenden Jahren zur zentralen Anlaufstelle für die Auszubildenden werden und bietet 15 Berufe sowie sieben duale Studiengänge an.
Aktuelle Entwicklungen in der Automobilbranche
Im Rahmen der Übergabe der Verantwortung für die Berufsausbildung an Vera Wiethaler und Agnes Ehret erwähnte der ehemalige Ausbildungsleiter Bernhard Brei die hohen Anforderungen und die Chance, die Mobilität der Zukunft mitzugestalten. Dennoch steht die Automobilindustrie vor großen Herausforderungen. In den nächsten Jahren könnten in Baden-Württemberg etwa 30.000 Arbeitsplätze durch den Wechsel zur Elektromobilität wegfallen. Die hohe Produktionskosten und der Rückgang der Exporte, insbesondere nach China und den USA, verschärfen die Situation weiter. Auch der Krieg in der Ukraine hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und die „Friedensdividende“ beendet.
Die Unsicherheiten in der Branche sind groß, und viele hochqualifizierte Absolventen, darunter duale Studenten, finden kaum Jobs. Trotz guter Leistungen erhalten viele Bewerber Absagen. Technologieforscherin Katharina Hölzle sieht in dieser Krise auch Chancen für Innovationen und fordert eine Umorientierung der Unterstützung von großen Automobilunternehmen hin zu Start-ups und kleinen Unternehmen. Die Kompetenzen der Beschäftigten aus der Automobilindustrie sind jedoch auch in anderen Branchen gefragt, etwa in der Medizintechnik oder nachhaltigen Energieerzeugung.
Die Zukunft im Blick
Der Standort Dingolfing stellt sich auf diese Veränderungen ein. Ab September 2026 sind bereits Bewerbungen für den Ausbildungsstart möglich, und Ausbildungsplätze werden auch für den neuen Montagestandort für Hochvoltbatterien in Irlbach-Straßkirchen eingerichtet. Die ersten Auszubildenden werden dort bereits ab dem 1. September für sechs Monate versetzt, was die Weichen für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens stellt.
Insgesamt zeigt die Situation in Dingolfing, dass trotz der Herausforderungen in der Automobilindustrie der Fokus auf Ausbildung und Qualifizierung hochgehalten wird. Die Absolventen von heute sind die Fachkräfte von morgen, die mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten dazu beitragen werden, die Mobilität der Zukunft aktiv mitzugestalten. Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im BMW Group Werk Dingolfing finden Sie in einem ausführlichen Artikel auf PNP.de sowie auf Press.BMWGroup.com.