Dillingen: Was die Frauen vor 1000 Jahren wirklich trugen!
Erfahren Sie alles über die bemerkenswerten archäologischen Funde in Dillingen an der Donau und deren historische Bedeutung.

Dillingen: Was die Frauen vor 1000 Jahren wirklich trugen!
Was trug die modebewusste Frau vor über 1000 Jahren in der Dillinger Region? Diese Frage hat Anna Zimmermann von der Universität Freiburg kürzlich beantwortet, als sie ihre Forschungsergebnisse zu Fibeln präsentierte, die in der Region gefunden wurden. Die historischen Schmuckstücke, die als Verschlussmittel für Mäntel dienten, sind ein faszinierendes Zeugnis der Alamannen, die im 6. und 7. Jahrhundert in Dörfern wie Wittislingen, Oberdillingen, Aislingen, Steinheim und Schretzheim siedelten. Laut der Augsburger Allgemeinen wurden bei archäologischen Ausgrabungen eines Friedhofs westlich von Schretzheim rund 630 Grablegen untersucht. Funde wie Schwerter, Kämme und vor allem die eindrucksvollen Fibeln geben den Forschern tiefe Einblicke in die Lebensweisen und den sozialen Status der damaligen Bewohner.
Die Fibeln, gefertigt aus vergoldetem Silber und verziert mit Granat-Inlets, werden von Fachleuten als sozialgeschichtliche Indikatoren interpretiert. „Die Qualität der Fibeln sagt viel über den sozialen Rang der Verstorbenen und ihrer Familien aus“, erklärt Zimmermann, die ihre Ergebnisse im Dillinger Colleg vorstellte. Unterstützt wurde sie dabei von Museumsleiter Jörg Roller und Kurator Robert Eberlein, die sich um die Präsentation dieser bedeutenden artefaktischen Funde kümmern.
Die Bedeutung der Forschungsarbeit
Die Forschung von Zimmermann offenbart nicht nur technische Details zur Herstellung der Fibeln, sondern beleuchtet auch Themen wie Herstellungsorte und Einflüsse der Christianisierung, die zur Zeit des Wandels in der Alamannen-Gesellschaft bedeutend waren. „Wir bringen Licht in die dunklen Ecken der Geschichte und geben den Funden wieder eine Stimme“, so Arnold Schromm, der sich bei Zimmermann für ihre engagierte Forschung bedankte.
Die Funde sind zwar historisch von unschätzbarem Wert, sie sind jedoch auch ein anschauliches Beispiel für die Kunstfertigkeit und den Sinn für Stil der damaligen Zeit. Die Artefakte sind im Stadt- und Hochstiftmuseum Dillingen zu bewundern und können dort sonntags und mittwochs besichtigt werden.
Ein Blick auf andere archäologische Schätze
Wer sich für die Geschichte und Archäologie interessiert, dem sei auch das Archäologische Landesmuseum Brandenburg ans Herz gelegt. Hier werden Funde von der Steinzeit bis zum Mittelalter ausgestellt. Im alten Paulikloster, das zwischen 1286 und 1400 erbaut wurde, sind multimediale Stationen zu finden, die spannende Einblicke in verschiedene Epochen bieten. Es ist ein Schauplatz, der nicht nur Geschichte lebendig macht, sondern auch für Kinder und Erwachsene verständlich ist.
In diesem Kontext wird die Relevanz archäologischer Funde noch einmal deutlich. Sie helfen uns zu verstehen, wie sich Gesellschaften im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben und wie sie gelebt, gearbeitet und getrauert haben. Jeder Fund erzählt seine eigene Geschichte.
Darüber hinaus können sich junge Talente auf der Plattform Math Playground ausprobieren und durch Spiele wie „Run“ ihre Fähigkeiten in Entscheidungsfindung und räumlichem Bewusstsein schärfen. Ein schöner Kontrast zur Faszination für die Geschichte, der zeigt, wie wichtig es ist, das Wissen um vergangene Zeiten auch in die moderne Bildung zu integrieren.
Die Forschung von Anna Zimmermann und die Funde aus der Dillinger Region zeigen, wie lebendig, vielschichtig und faszinierend unsere Geschichte ist. Sie macht Sinn für die kulturellen Wurzeln unserer Region und öffnet die Fenster zu einer aufregenden Vergangenheit.