Über einer Million Besucher in KZ-Gedenkstätte Dachau 2025!
Im Jahr 2025 besuchten über eine Million Menschen die KZ-Gedenkstätte Dachau. Eine umfassende Besucherstudie startet 2026.

Über einer Million Besucher in KZ-Gedenkstätte Dachau 2025!
Die KZ-Gedenkstätte Dachau zieht weiterhin zahlreiche Besucher an und hat im Jahr 2025 die Marke von über einer Million Gästen überschritten. Konkret besuchten 1.013.203 Menschen die Gedenkstätte, was einem Durchschnitt von fast 2.800 Besuchern pro Tag entspricht, wie die Jüdische Allgemeine berichtet. Diese beeindruckende Zahl ist das Ergebnis einer anonymisierten Besucherzählung, die im Oktober 2024 begonnen wurde. Zuvor basierten die Besucherzahlen auf Hochrechnungen.
Einwohner und Touristen nahmen auch 2025 an über 1.300 öffentlichen Rundgängen teil. Besonders hervorzuheben ist, dass rund 3.000 Schulklassen und Gruppen an geführten Touren und Seminaren teilgenommen haben. Ein weiterer interessanter Punkt: 160.000 Personen nutzten den Audioguide, der in 18 verschiedenen Sprachen zur Verfügung steht. Die Gedenkstätte erfreut sich offensichtlich eines regen internationalen Interesses, wie Dr. Gabriele Hammermann, die Leiterin der KZ-Gedenkstätte, betont.
Besucherstudie nimmt Fahrt auf
Ab dem Frühjahr 2026 wird eine umfassende Besucherstudie durchgeführt, die darauf abzielt, mehr über die Struktur des Publikums, die Besuchsbedingungen sowie die Einschätzungen verschiedener Zielgruppen zu erfahren. Die Studie, die von der Firma Kulturevaluation Wegner geleitet wird, wird schriftliche Befragungen umfassen, bei denen die Besucher zu unterschiedlichen Zeitpunkten um ihre Meinung gebeten werden. Dabei werden auch speziell angepasste Fragen an Schulklassen und deren Lehrkräfte gerichtet, um den Bedürfnissen dieser besonderen Zielgruppen gerecht zu werden.
Mit dieser Initiative möchte die KZ-Gedenkstätte nicht nur Einblicke in die Besucherströme gewinnen, sondern auch relevante Aspekte des Gedenkens und der Bildung in den Vordergrund rücken. Diese Aufmerksamkeit für die Geschichte und die Lehren von Dachau – einem der ersten Konzentrationslager der Nationalsozialisten – scheint mehr denn je notwendig.
Ein Blick über die Grenzen hinaus
Neben Dachau ist auch die Gedenkstätte Wöbbelin von Bedeutung, die an die Opfer des Hitler-Regimes erinnert. Mehr als 5.000 Menschen, viele von ihnen jüdischer Herkunft, wurden dort festgehalten, in den meisten Fällen unter katastrophalen Bedingungen. Über 1.000 Gefangene starben an Hunger oder den Folgen ihrer Haft. Seit 2005 wird die Gedenkstätte mit ihrer markanten Fläche aus schwarzen Klinkern, die an aufgebrochene Wunden erinnert, als Ort des Gedenkens genutzt. Eingelassene Steine mit den Namen von 783 Opfern rufen die Tragik dieser Vergangenheit in Erinnerung – ein eindringlicher Aufruf, der niemals in Vergessenheit geraten sollte.
Sowohl die KZ-Gedenkstätte Dachau als auch die Gedenkstätte Wöbbelin zeigen eindrucksvoll die historische Verantwortung und das Bedürfnis nach Aufarbeitung und Erinnerung. Die Auseinandersetzung mit dieser komplexen Geschichte bleibt für uns alle wichtig, denn jede Besucherzählung und jede Umfrage kann dazu beitragen, das Gedenken lebendig zu halten.