Das Schloss Dachau, ein historisches Kleinod im Herzen Bayerns, steht vor weitreichenden Renovierungen, die im Sommer 2026 beginnen. Ab diesem Zeitpunkt wird die Anlage fast das ganze Jahr 2027 geschlossen sein. Die Fassadensanierung wird in zwei Hauptabschnitten durchgeführt, wobei die ersten Arbeiten im Südteil des Schlosses bereits im kommenden Sommer starten werden. So berichtet Merkur, dass dieser erste Bauabschnitt bis November 2026 abgeschlossen sein soll.

Im Fokus der Sanierung stehen nicht nur die Fassaden, sondern auch die Fensterstöcke. Die eigentliche Herausforderung kommt jedoch im zweiten Bauabschnitt, der von Mitte März bis Mitte November 2027 geplant ist. Hier wird der Nordteil des Schlosses bearbeitet, und die notwendige Gerüststellung im Festsaal wird eine vollständige Schließung des Schlosses zur Folge haben. Ein Verlust für all jene, die das zauberhafte Ambiente und die kulturellen Veranstaltungen schätzen.

Sanierung und Veranstaltungen

Während der Schließung müssen zahlreiche Veranstaltungen und der Museumsbetrieb voraussichtlich von Ende Februar 2027 bis zum Jahresende entfallen. Ein Lichtblick bleibt jedoch: Die Stadt Dachau arbeitet bereits an einer Lösung für die beliebte Schlosskonzert-Saison 2027. Zudem ist ein kleines Schlosskonzert-Festival für Januar 2027 angedacht, bevor die Arbeiten ihren Lauf nehmen. Auch das geplante Barockpicknick im Jahr 2027 soll trotz der Sanierungsarbeiten stattfinden.

Bayerische Schlösserverwaltung gibt an, dass das Schloss Dachau seine Wurzeln in einer hochmittelalterlichen Burg der Grafen von Dachau hat. Im 16. Jahrhundert wurde Dachau schließlich zu einem bevorzugten Landsitz des Münchner Hofes, und unter Herzog Wilhelm IV. sowie Herzog Albrecht V. entstand ein beeindruckender Schlosskomplex mit vier Flügeln. Besonders der Festsaal sticht durch seine Renaissance-Kassettendecke hervor, die von Hans Wisreutter zwischen 1564 und 1566 geschaffen wurde. Diese gilt als eine der bedeutendsten Dekoren ihrer Art in Süddeutschland.

Historische Bedeutung und Ausblick

Die Bedeutung des Schlosses zeigt sich auch in seiner architektonischen Vielfalt. Während der barockisierte Saaltrakt aus dem frühen 18. Jahrhundert erhalten blieb, wurden Anfang des 19. Jahrhunderts drei Viertel der ursprünglichen Anlage abgerissen. Inmitten dieser historischen Kulisse liegt ein schöner Garten mit alten Mauern, einem beeindrucken Lindenlaubengang und einem Obstgarten, der sich auf einem Höhenrücken am Rande des tertiären Hügellandes erstreckt.

Die Kosten für die anstehenden Sanierungsarbeiten sind momentan noch unbekannt. Es steht jedoch fest, dass die Optik des Schlosses sich durch die Renovierungen verändern wird, vor allem in der Hinsicht darauf, ob die Fassadenansicht mit der historischen Ansicht übereinstimmt. Künftige Besucher dürfen also auf eine neu gestaltete Schlosslandschaft gespannt sein.