In Hebertshausen, einem charmanten Teil des Landkreises Dachau, steht ein bedeutendes Wohnungsbauprojekt kurz vor seinem Abschluss. Der Bebauungsplan für ein neues Viertel auf einem ehemaligen Fabrikgelände der alten Holzschleiferei ist in der finalen Phase der Umsetzung. Auf einer Fläche von zwei Hektar sollen etwa 160 Wohnungen sowie Gastronomie, Geschäfte, Büros und öffentliche Einrichtungen entstehen. Ein besonders innovativer Aspekt dieses Projekts ist das fortgeschrittene Mobilitätskonzept, das ein weitgehend autofreies Viertel vorsieht. Privatfahrzeuge werden in einem mehrstöckigen Parkhaus untergebracht, das als „Mobilitäts-Hub“ fungiert und Leihfahrzeuge wie E-Roller und Gemeinschaftsautos anbietet.

Der Bebauungsplan hat bereits die zweite öffentliche Auslegung durchlaufen, und der Gemeinderat wird in der kommenden Woche die Anregungen dazu behandeln. Der endgültige Beschluss wird durch den neuen Gemeinderat gefasst. Im Mittelpunkt des neuen Quartiers wird ein Kulturplatz stehen, umgeben von einem zentralen Gebäude, das möglicherweise ein sanierter Altbau sein könnte. Geplant ist auch ein „Community Hub“, der eine Bibliothek, einen Veranstaltungsraum, Gastronomie sowie einen Pflegestützpunkt beherbergen soll. Zudem wird der Mühlbach renaturiert, der aus seiner Verrohrung befreit wird, und als Teil des Kulturplatzes natürliche Sitzelemente zum Verweilen bieten.

Demografische Entwicklung und Wohnraumbedarf

Die Stadt Dachau hat die Bevölkerungsprognose von 2020 in Zusammenarbeit mit dem Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) und dem Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe (SAGS) fortgeschrieben. Diese Prognose, die bis 2037 reicht, berücksichtigt auch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und untersucht die allgemeine Bevölkerungsentwicklung im Zusammenhang mit bestehenden und geplanten Bauflächen. Besonders wichtig ist hierbei, dass die Analyse auch den Generationswechsel und den damit verbundenen Zuzug in die Wohnanlagen beleuchtet.

Der Bedarf an Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen wird ebenfalls untersucht. In den letzten Jahren hat die Stadt Dachau ihr Angebot an Kinderbetreuungsplätzen stetig ausgebaut, jedoch bleibt der Bedarf hoch. Dazu wurde eine Befragung der Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen durchgeführt, um den tatsächlichen Bedarf besser einschätzen zu können. Die Fortschreibung des Demografieberichts 2020 zeigt, wie wichtig es ist, die Annahmen zur Siedlungsentwicklung regelmäßig zu hinterfragen und anzupassen.

Nachhaltige Siedlungsentwicklung

Der demografische Wandel in Stadtregionen führt oft zu angespannten Wohnungsmärkten, was die Notwendigkeit von Neubauten und der Bestandsertüchtigung verstärkt. Die Planung und Umsetzung solcher Projekte haben jedoch unterschiedliche Auswirkungen auf Umwelt, Naturschutz und die Nutzung natürlicher Ressourcen. Die Untersuchung von Fallstudienkommunen zeigt planerische Optionen auf, um den lokalen Bedarf durch ressourcenschonende Maßnahmen zu decken.

Mit dem geplanten Wohnungsbau in Hebertshausen wird nicht nur neuer Wohnraum geschaffen, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung geleistet. Die Integration von Grünanlagen, wie dem Auwald-Streifen am Mühlbach, sowie die Schaffung von Biodiversitätsflächen mit regionaler Wiesen-Kräuter-Mischung sind Schritte in die richtige Richtung. Diese Ansätze stehen im Einklang mit den Zielen des Umweltschutzes und der ressourcenschonenden Entwicklung, die auch in der Studie des Umweltbundesamtes behandelt werden.

Insgesamt zeigt sich, dass in Hebertshausen eine spannende Entwicklung im Gange ist, die nicht nur den Wohnraum, sondern auch die soziale Infrastruktur im Landkreis Dachau maßgeblich beeinflussen wird. Die Kombination aus Wohnraum, öffentlichen Einrichtungen und einem durchdachten Mobilitätskonzept könnte zum Vorbild für zukünftige Projekte in der Region werden.