Am 9. Dezember 2025 geht ein bedeutendes Ereignis über die Bühne: Die erste Gedenkstättenfahrt der Kurdischen Gemeinde Deutschland zog Anfang Dezember Teilnehmer aus allen Ecken des Bundesgebiets an die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau. Diese Fahrt war nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch ein tiefgehender Austausch über die Schrecken des Nationalsozialismus und die Notwendigkeit, diese für zukünftige Generationen lebendig zu halten.

Die Teilnehmenden, allesamt Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus ihren Gemeinden, hatten die Möglichkeit, sich intensiv mit dem totalitären System der Nationalsozialisten auseinanderzusetzen. Eine zentrale Frage, die im Rahmen eines Workshops behandelt wurde, war, wie die Erinnerung an Willkür, Unterdrückung und Verfolgung im digitalen Zeitalter gesichert werden kann. Dabei wurden auch Parallelen zur kurdischen Vergangenheit und Gegenwart gezogen, um die universellen Lektionen von Massakern und Verfolgung zu unterstreichen. Jeder Teilnehmer war sich einig: Die Erinnerung an die Greuel darf nicht in Vergessenheit geraten, besonders auch im Hinblick auf die Opfer des kurdischen Volkes.

Erinnerungskultur aktiv gestalten

In einer Zeit, in der das öffentliche Bewusstsein für ähnliche Themen oft schwindet, wird es immer wichtiger, den Zugang zu diesen schwierigen Themen für die kommenden Generationen zu gewährleisten. Es war erfreulich zu beobachten, dass das große Interesse an dieser Gedenkstättenfahrt als ermutigendes Zeichen für zukünftige ähnliche Angebote gilt. Die Teilnehmer nahmen viele Eindrücke mit und berichten von der Wichtigkeit solcher Errungenschaften in der Erinnerungskultur.

Neben der Gedenkstättenfahrt nach Dachau fanden auch andere Aktivitäten rund um diese Thematik statt. So unternahm eine Gruppe aus der Plauener Fanszene Ende Mai eine Bildungsfahrt zu den Gedenkstätten Flossenbürg und Dachau. Diese Reise beinhaltete eine Führung durch die Gedenkstätte Flossenbürg und eine weitere auf dem Gelände in Dachau, wo die Schrecken des NS-Regimes eindrucksvoll vermittelt wurden. Die Teilnehmenden empfanden die Fahrt als lehrreich und bewegend, und der Austausch über ihre erlebten Eindrücke war rege und aufschlussreich (Stiftung Toleranz.

Fortwährende Forschung und Erinnerung

Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager wird seit vielen Jahren mit viel Engagement erforscht. Dennoch zeigt sich, dass es weiterhin Lücken in der Forschung gibt. Der öffentliche Umgang mit der NS-Geschichte und ihren Folgen verändert sich fortlaufend. Neuere Publikationen, wie die von Axel Drecoll und Michael Wildt, werfen interessantes Licht auf innovative Kategorien wie Raum, Geschlecht und Digitalität in der Erinnerungskultur. Die gesammelten empirischen Ergebnisse internationaler Forschungsprojekte tragen dazu bei, das Gedächtnis lebendig zu halten und den Diskurs über diese dunkle Vergangenheit zu fördern (Sachsenhausen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gedenkstättenfahrten und die anhaltende Forschung mehr sind als nur Bildungsprojekte. Sie sind ein Aufruf zur aktiven Gestaltung der Erinnerungskultur, die uns alle betrifft. Das leidenschaftliche Engagement der Teilnehmenden zeigt, dass Geschichte nicht einfach nur erzählt, sondern lebendig gehalten werden muss.