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Heute ist der 7.03.2026 und in wenigen Stunden wird der internationale Frauentag am 8. März gefeiert, ein Tag, der auf die wichtigen Themen Frauenrechte und Gleichberechtigung aufmerksam macht. In diesem Jahr wird in Dachau ein besonderes Augenmerk auf die Sichtbarkeit von weiblichen Vorbildern gelegt. Das Projekt „FrauenOrte“ stellt in den Mittelpunkt, wie wichtig es ist, historische Frauenbiografien zu kennen und zu würdigen. Die Veranstaltung, die gemeinsam vom Bayerischen Sozialministerium und dem Bayerischen Landesfrauenrat organisiert wurde, präsentiert unter anderem die Lebensgeschichten von bemerkenswerten Frauen, die in Bayern Spuren hinterlassen haben.

Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf unterstrich bei der Veranstaltung die entscheidende Rolle weiblicher Vorbilder für das Selbstbewusstsein und die Gleichstellung von Frauen. Dr. Elisabeth Sandmann stellte im Rahmen der Veranstaltung zwölf inspirierende Biografien vor, darunter die von Sophie von La Roche, einer der ersten beruflich tätigen Schriftstellerinnen Deutschlands, die im 18. Jahrhundert eine Frauenzeitschrift gründete. Auch Therese Wagner, die als Witwe mit fünf Kindern die Leitung der Augustiner-Brauerei in München übernahm, und Barbara Stamm, die Bayern als Sozial- und Gesundheitsministerin sowie Präsidentin des Bayerischen Landtags prägte, waren Teil dieser Lesung.

Der internationale Frauentag: Ein historischer Rückblick

Der internationale Frauentag hat seine Wurzeln in der sozialistischen Frauenbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. Er wurde 1910 auf einer sozialistischen Frauenkonferenz beschlossen und fand erstmals 1911 statt. Der 8. März wurde 1975 von den Vereinten Nationen offiziell als internationaler Frauentag anerkannt. Das Ziel dieses Tages ist es, Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für Frauen und Mädchen bis 2030 zu fördern. In vielen Ländern sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Abschaffung von Diskriminierung und zur Förderung der Gleichstellung nach wie vor unzureichend, was sich in alarmierenden Statistiken widerspiegelt. So gilt in 63 Ländern Sex ohne Einwilligung nicht als Vergewaltigung und in 18 Ländern haben Ehemänner das Recht, ihren Frauen das Arbeiten zu verbieten.

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Aktuelle Daten zeigen, dass in der EU jede dritte Frau körperliche oder sexualisierte Gewalt erfahren hat. In Deutschland wird jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer oder sexualisierter Gewalt, und fast jede zweite Frau hat sexuelle Belästigung erlebt. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit, das Bewusstsein für die Rechte der Frauen zu schärfen und Vorbilder zu schaffen, die als Inspiration dienen können.

Frauenrechte im Wandel der Zeit

Die Frauenbewegung in Deutschland hat seit dem späten 19. Jahrhundert für das Wahlrecht gekämpft und mit der Einführung des Weltfrauentags im Jahr 1911 eine internationale Plattform für ihre Forderungen geschaffen. Nach der Novemberrevolution 1918 wurde das Wahlrecht für Frauen in Deutschland am 12. November 1918 verkündet. Trotz Fortschritten in den letzten Jahrzehnten sind Frauen in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert. Weniger als jede dritte Führungskraft in Deutschland ist weiblich, und der Gender-Pay-Gap liegt bei sechs Prozent.

Die rechtliche Gleichstellung von Frauen wurde in den Verfassungen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR verankert, und zahlreiche Reformen seitdem haben zur Verbesserung der Gleichstellung beigetragen. Dennoch bleibt die Realität oft hinter den Erwartungen zurück. Der internationale Schutz von Frauenrechten ist über Abkommen wie CEDAW und die Istanbul-Konvention festgeschrieben, und Deutschland setzt sich aktiv für deren Umsetzung ein.

Die Veranstaltung in Dachau ist ein wichtiger Schritt, um das Bewusstsein für diese Themen zu schärfen und die Geschichten bemerkenswerter Frauen in den Fokus zu rücken. Es ist entscheidend, dass wir die Errungenschaften der Frauenbewegung würdigen und gleichzeitig die Herausforderungen anerkennen, die noch bestehen. Nur so können wir eine gerechtere und gleichberechtigtere Zukunft für alle Frauen und Mädchen gestalten. Weitere Informationen finden Sie auch in dem Artikel auf Kurier Dachau, wo die Veranstaltung und das Projekt „FrauenOrte“ näher beleuchtet werden.