Was gibt’s Neues aus Dachau? Ein ganz besonderes ehrenamtliches Engagement hat die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Melanie Fuchs, eine erfahrene Hospizbegleiterin, wurde für ihre beeindruckende Arbeit anerkannt. Seit 13 Jahren setzt sich die Dachauerin unermüdlich für sterbenskranke Menschen ein – sowohl im Elisabeth-Hospizverein in Dachau als auch in einem Kinderhospiz in München. Mit fünf Stunden pro Woche, die sie bei der klassischen Hospizpflege und in der Kinderhospizarbeit verbringt, ist sie ein fester Bestandteil der Unterstützung für Betroffene.

Im November wurde Fuchs von der bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach mit dem renommierten „Weißen Engel“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird an Personen verliehen, die sich außerordentlich in der Hospizarbeit engagieren. Neben Melanie Fuchs gibt es rund 60 ehrenamtliche Hospizhelfer im Elisabeth-Hospizverein, die gemeinsam dafür sorgen, dass die letzten Tage von Erkrankten in Würde vergehen können.

Ein Plädoyer für die Hospizhilfe

Die Aufgabe eines ambulanten Hospizdienstes ist es, sterbenskranken Menschen die Möglichkeit zu geben, in ihrem gewohnten Umfeld zu leben und die letzten Tage zu Hause betreut zu werden. Ehrenamtliche Mitarbeiter leisten wertvolle Unterstützung für pflegende Angehörige, die in der schweren Zeit oft an ihre Grenzen stoßen. Melanie Fuchs erläutert, dass es immer wichtiger wird, neue Hospizhelfer auszubilden, da viele Freiwillige aus Altersgründen oder persönlichen Umständen ausscheiden.

In Deutschland sind ca. 1.500 ambulante Hospizdienste aktiv, von denen etwa 900 staatlich gefördert werden. Der Rest ist auf die Arbeit von Ehrenamtlichen angewiesen, die ihr persönliches Engagement einbringen. In dieser Arbeit zeigt sich die Solidarität der Gesellschaft, die laut Fuchs dringend frische Kräfte benötigt, um die wichtige Begleitung eines Menschen in seinen letzten Tagen aufrechtzuerhalten.

Persönliche Motive und Herausforderungen

Was treibt Menschen an, sich in der Hospizpflege zu engagieren? Für Melanie Fuchs war es der plötzliche Tod ihres siebenjährigen Sohnes, der sie dazu bewegte, anderen in ähnlichen Lebenssituationen zur Seite zu stehen. Ihre anfängliche Konzentration auf Erwachsene hat sich im Laufe der Jahre erweitert, da sie nun auch Kinder begleitet, die oft längere Begleitungen benötigen. Dieser Unterschied liegt darin, dass das Sterben bei Erwachsenen oft zeitnah prognostiziert werden muss, während Kinder häufig behandlungsbegleitend Unterstützung benötigen.

Ein bewegendes Beispiel für Fuchs‘ Engagement ist ein Kind, das sie bis zu dessen fünften Lebensjahr bei seiner Leukämie begleitete. In der Kinderhospizarbeit sind auch jüngere Menschen aktiv, die durch persönliche Erfahrungen mit kranken Geschwistern oft motiviert werden. Dennoch bleibt es eine Herausforderung, in dieser wichtigen Arbeit jüngere Freiwillige zu gewinnen – tatsächlich ist es selten zu sehen, dass sich Menschen unter 40 Jahren engagieren.

Die Geschichte des Hospizes

Die Wurzeln der Hospizbewegung reichen bis nach England zurück, wo Cicely Saunders in den 1960er Jahren das erste Hospiz für Sterbende und deren Angehörige eröffnete. Als Gründerin der Bewegung war es ihr Ziel, den Menschen bis zu ihrem letzten Atemzug ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Hospizarbeit betrachtet den Menschen ganzheitlich und nicht nur als Patient. Der Mensch und seine Lebensgeschichte stehen in den Mittelpunkt, was das Engagement von liebevollen Angehörigen, Nachbarn und Freunden mit einbezieht.

Aktuell gibt es in Deutschland schätzungsweise 240 stationäre Hospizeinrichtungen, die Patienten die nötige Versorgung bieten. Während der ambulante Dienst vor allem auf die Betreuung in den eigenen vier Wänden fokussiert ist, haben Hospize oft maximal 16 Betten und sind auf die stationäre Versorgung ausgelegt. Doch eines bleibt gleich: Das Ziel, die Lebensqualität von unheilbar kranken Menschen zu erhalten und die letzten Monate angenehm zu gestalten, ist für alle Hospizarbeiter das oberste Gebot.

Die ehrenamtliche Arbeit von Menschen wie Melanie Fuchs ist unersetzlich, und ihre Auszeichnung ist ein Zeichen der Wertschätzung für all diejenigen, die sich mit voller Hingabe um das Wohl anderer kümmern, gerade wenn es um Leben und Tod geht. Ein großes Dankeschön an alle, die im Hintergrund wirken!

Weitere Informationen zur Hospizarbeit finden Sie bei den Maltesern, die sich ebenfalls für die Begleitung von Betroffenen und deren Angehörigen engagieren: Malteser.