In der Nähe von München liegt Dachau, ein charmantes Städtchen, das nicht nur mit seiner Geschichte, sondern auch mit seiner beeindruckenden Natur begeistert. Nur etwa 20 Minuten vom Münchner Stadtzentrum entfernt, bietet Dachau mit seinen rund 47.000 Einwohnern eine gelungene Mischung aus bayerischer Tradition und künstlerischem Erbe. Die Stadt hat eine lange Geschichte, die weit über die NS-Zeit hinausgeht und in der sich das kulturelle Erbe in Museen und Galerien widerspiegelt, die an die Künstlerkolonie um 1900 erinnern. Bekannt geworden ist Dachau auch als das „bayerische Barbizon“.

Ein besonderes Highlight der Stadt stellt das Schloss Dachau dar, das einst als Sommerresidenz der Wittelsbacher diente. Dieses beeindruckende Bauwerk geht auf eine hochmittelalterliche Burg der Grafen zu Dachau zurück und wurde im 16. Jahrhundert zum Schloss umgestaltet. Der Bau wurde unter Herzog Wilhelm IV. und Herzog Albrecht V. zwischen 1546 und 1577 zu einem prachtvollen Schlosskomplex mit vier Flügeln ausgebaut. Besonders bemerkenswert ist die Renaissance-Holzdecke im Festsaal, die von Hans Wisreutter zwischen 1564 und 1566 geschaffen wurde und zu den bedeutendsten ihrer Art in Deutschland zählt. In die prunkvolle Kassettendecke sind die Wappen der Wittelsbacher Bauherren und ihrer Gemahlinnen eingelassen.

Der Garten und die Umgebung

Der Schlossgarten, der ab 1572 angelegt wurde, bietet nicht nur einen Blick auf die beeindruckende Architektur, sondern auch auf die umgebende Natur. Die Lage des Gartens auf einem Höhenrücken am Rande des tertiären Hügellandes verleiht ihm einen besonderen Reiz. Alte Gartenmauern, ein fast 280-jähriger Lindenlaubengang sowie ein Obstgarten und ein kleines Wäldchen zeugen von verschiedenen Epochen der Gartenkunst. Im frühen 19. Jahrhundert wurden Teile der Schlossanlage abgebrochen, doch der barockisierte Saaltrakt blieb erhalten. Heute finden im Festsaal regelmäßig Konzerte statt und im Erdgeschoss gibt es einen Gartensaal sowie ein Restaurant.

Die Natur um Dachau lädt zu Erkundungen ein. Die Amperauen bieten naturbelassene Wege und sind vom Dachauer Bahnhof in wenigen Minuten erreichbar. Wanderer und Radfahrer können entlang der Amper und im Dachauer Moos die idyllische Landschaft genießen. Ein besonderes Abenteuer erwartet die Naturfreunde auf einem 800 Meter langen Uferpfad zwischen Günding und Mitterndorf, wo man sich fast wie im Dschungel fühlt. Hier sind festes Schuhwerk und ein Abenteuergeist gefragt, denn der Weg führt teilweise über umgestürzte Baumstämme. In den Altwasserarmen sind auch Biber heimisch, deren Nagespuren entdeckt werden können.

Ein kulturelles Erbe

Dachau hat im Laufe der Jahrhunderte an Bedeutung gewonnen und verloren, wobei das Schloss immer einen zentralen Platz in der Stadtgeschichte einnimmt. Die ursprüngliche Burg wurde zwischen 1398 und 1403 abgerissen, und eine steinerne Vierflügelanlage trat an ihre Stelle. Der barocke Festsaaltrakt, der bis heute erhalten ist, wurde im frühen 18. Jahrhundert von Joseph Effner umgestaltet. Die Fassade und die Innenräume des Schlosses wurden zuletzt 2015 renoviert, was die Bedeutung des Schlosses als kulturelles Erbe unterstreicht.

Die Kombination aus geschichtlichem Erbe, kultureller Vielfalt und der wunderschönen Umgebung macht Dachau zu einem attraktiven Ausflugsziel ab München. Wer sich für Kunst und Geschichte interessiert oder einfach nur die Natur genießen möchte, findet hier ein ideales Ziel. Für mehr Informationen über das Schloss Dachau und seine Geschichte besuchen Sie die Webseite Bayerische Schlösserverwaltung oder erfahren Sie mehr über die Stadt auf t-online.de.