Ein Hauch von Nostalgie weht durch die Gassen von Dachau: Das in den letzten Jahren verwaiste Café Gramsci, ein kultureller Standort mit Geschichte, soll bald wieder zum Leben erweckt werden. Nach knapp drei Jahren des Leerstands, während dessen das Café von wild wuchernden Kletterpflanzen überwuchert wurde, hat der Sparverein Dachau die Initiative ergriffen, um das Café im Alten Metzgerhof zurückzubringen. Der Nutzungsvertrag mit der Stadt, die das Gebäude gehört, ist bereits unterzeichnet und sorgt für einen vielversprechenden Start in die neue Ära des Cafés.

Die geplante Eröffnung des Café Gramsci steht für den Sommer 2026 an, und die Vorfreude bei den Bürgerinnen und Bürgern ist bereits spürbar. Seit der Schließung im Februar 2023 aufgrund massiver baulicher Mängel wurde das Café von vielen vermisst, besonders in der kulturell strengen Zeit nach der Schließung von Zieglerbräu und Schranne. Ein neuer Verein, der Gramsci-Kult, wurde gegründet, um das Projekt voranzutreiben. Dieser Verein setzt sich aktiv für die Sanierung und den Erhalt des Cafés ein.

Ein Ort der Begegnung

Historisch gesehen war das Gramsci ein wichtiger Treffpunkt, der von bekannten Persönlichkeiten Dachaus geformt wurde, wie Heinz Bielmeier und Michael Braun. Der Alte Metzgerhof diente als Begegnungsstätte für Künstler, Studierende und Handwerker. Die Idee, den alten Glanz des Cafés wiederherzustellen, ist nicht nur eine sanitäre, sondern auch eine kulturelle Herausforderung. Es wird erwartet, dass die alten Öffnungszeiten beibehalten und das Ambiente des Cafés als kultureller Treffpunkt mit Live-Musik gestaltet wird.

Leider sind die Herausforderungen, die bei der Sanierung historischer Gebäude auftreten, nicht zu unterschätzen. Wie BPD Leipzig beschreibt, müssen die Verantwortlichen mit Statikproblemen, defekter Elektrik und altersschwacher Infrastruktur zurechtkommen. Es gibt eine Mängelliste mit statischen Problemen, defekter Elektrik, einer fehlerhaften Heizung sowie Problemen mit der Kanalisation. Doch die Mitglieder des Sparvereins, viele davon Handwerker, sind bereit, bei der Sanierung ehrenamtlich zu helfen und zeigen einen bemerkenswerten Gemeinschaftssinn.

Hoffnung auf die Zukunft

Trotz der Herausforderungen hat die Stadt Dachau erklärt, dass keine weiteren finanziellen Mittel in das Gebäude investiert werden. Auch wenn der Sparverein hofft, durch Spenden von Privatpersonen die Sanierung zu finanzieren, steht in den kommenden Jahren viel Arbeit an. Neben dem Erhalt der historischen Substanz ist es wichtig, dass die neuen baulichen Maßnahmen den aktuellen Standards in Statik, Brandschutz und Energieeffizienz entsprechen.

Die Zukunft des Café Gramsci in Dachau sieht also vielversprechend aus, doch der Weg dorthin wird mit Herausforderungen gepflastert sein. Druck auf die Stadt könnte bestehen, falls in fünf Jahren die Besichtigung des Nutzungsvertrags für eine eventuelle Erweiterung der Klosterschule in den Raum rückt. Bis dahin sind die Mitglieder des neuen Vereins und die Bürger der Stadt entschlossen, die lebendige Kulturgeschichte des Gramsci wieder aufleben zu lassen.