Der Weihnachtsmarkt in Coburg zieht nicht nur Scharen von Besuchern an, sondern sorgt auch für einige Probleme mit seinen neuen Sicherheitspollern. Diese haben schon für einige Pannen gesorgt, unter anderem blieb das Dienstauto des Coburger Bürgermeisters an einem der 350 Kilogramm schweren Poller hängen. Ein unglücklicher Vorfall, der zeigt, wie wichtig, aber auch herausfordernd die Sicherheitsmaßnahmen sind. Stadtmitarbeiter heben die Poller mit einem Hubwagen, wenn eine Tram auf dem Rathausplatz einfährt, und stellen sie danach wieder ab, um die Zuwegung zu gewährleisten. „Da könnte es natürlich auch schiefgehen“, bemerkt ein Anwohner, der selbst schon mit seinem Pkw in die Werkstatt musste, nachdem er an den Pollern im abgesenkten Zustand hängengeblieben war.
Die Sicherheitsvorkehrungen am Coburger Weihnachtsmarkt sind in diesem Jahr hoch, was einer Reaktion auf den Anschlag von Magdeburg geschuldet ist. Der Vorfall, bei dem sechs Menschen ihr Leben verloren und über 300 verletzt wurden, hat die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Allzu deutlich wird dies durch die auffälligen Absperrungen, die jeden Zugang zum Marktplatz sichern und die das Stadtbild prägen. Die Kosten für diese Maßnahmen sind nicht unerheblich und spiegeln das gestiegene Bewusstsein für Sicherheitsrisiken wider, welches auch von anderen Städten in Bayern geteilt wird, wie [Zeit] berichtet.
Sicherheitskonzepte auf dem Vormarsch
Was sich in Coburg zeigt, ist ein genereller Trend: Viele Städte in Bayern haben ihre Sicherheitskonzepte überarbeitet. Der Münchener Christkindlmarkt, etwa, bietet umfassende Sicherheitsvorkehrungen, allerdings ohne Einlasskontrollen, sondern lediglich mit selektiven Taschenkontrollen. Videoüberwachung und Poller vermitteln ein sicheres Gefühl. In Nürnberg wird das Sicherheitskonzept jährlich in enger Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr aktualisiert, um auf die Gegebenheiten zu reagieren.
Doch nicht nur in den Metropolen ist man wachsam. Auch in Augsburg und Regensburg sind temporäre Videoüberwachungen sowie spezielle Sicherheitsdienste im Einsatz, um mögliche Überfahrten mit Fahrzeugen zu verhindern. In Bamberg beispielsweise sorgen Zufahrts- und Überfahrtssperren für zusätzliche Sicherheit, und die Polizei hat ihre Anwesenheit verstärkt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betont, dass trotz fehlender konkreter Hinweise auf Anschlagspläne ein abstraktes Grundrisiko besteht, das ernst genommen werden sollte.
Die Vorbereitungen in Coburg und darüber hinaus sind klar: Die Sicherheit der Besucher geht vor, auch wenn dies gelegentlich zu kleinen Missgeschicken führt. Es bleibt zu hoffen, dass die Maßnahmen ihren Zweck erfüllen und die Adventszeit für alle sicher und besinnlich verläuft.