In Coburg wird derzeit in der Judengasse fleißig gearbeitet. Seit etwa eineinhalb Wochen sind die Städtischen Überlandwerke Coburg (Süc) aktiv, um den Glasfaserausbau voranzutreiben. Wie Antje Leipold von der Unternehmenskommunikation der SuC berichtet, konzentrieren sich die Arbeiten ausschließlich auf den Glasfaserausbau, ohne dass andere Gewerke mitverlegt werden. Dies kann für die Anwohner eine Erleichterung darstellen, da weniger Baustellenbelastung zu erwarten ist. Für weitere Informationen zu den aktuellen Arbeiten können Interessierte die Artikel auf NP-Coburg nachlesen.
Der Glasfaserausbau in Coburg ist Teil einer groß angelegten Kooperation zwischen der Deutschen Telekom und der Städtischen Werke Überlandwerke Coburg GmbH (SÜC). Das Ziel dieser Partnerschaft ist ambitioniert: Bis 2030 sollen mehr als 27.000 Haushalte und Unternehmen in der Region Zugang zu schnellem Internet erhalten. Dabei wird auf die FTTH-Technologie (Fiber to the Home) gesetzt, die stabile Bandbreiten von bis zu 1 Gbit/s ermöglicht. Diese Technologie ist entscheidend, um die digitale Infrastruktur der Stadt zu modernisieren und den Bürgerinnen eine Vielzahl von Anbietern, darunter auch Telekom, Vodafone und 1&1, zur Verfügung zu stellen.
Vorteile der Kooperation
Die Kooperation zwischen der Telekom und der SÜC reduziert nicht nur die Anzahl der erforderlichen Baustellen, sondern sorgt auch dafür, dass die Glasfaserinfrastruktur in kommunaler Hand bleibt. Dominik Sauerteig, Oberbürgermeister von Coburg, hebt hervor, dass diese Zusammenarbeit wiederholte Straßenbauarbeiten vermeidet. Dies ist besonders wichtig für die Anwohner, die oft unter den Einschränkungen durch Baustellen leiden müssen.
Wilhelm Austen, Geschäftsführer der SÜC, beschreibt die Kooperation als einen entscheidenden Schub für den Glasfaserausbau in Coburg. Durch das Modell „Fiber Plattform“, das bereits in anderen Teilen Deutschlands erfolgreich umgesetzt wurde, können die Bürgerinnen und Unternehmen von einer größeren Auswahl an Anbietern profitieren. Thilo Höllen von der Telekom betont, dass diese Kooperation die Digitalisierung in der Region vorantreibt und für alle Beteiligten Vorteile bietet.
Der Glasfaserausbau im deutschlandweiten Kontext
Der Glasfaserausbau in Deutschland ist ein wichtiges Thema, das in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Langfristig ist der Ausbau der Glasfaser-Netze notwendig, um eine flächendeckende Fiber-Abdeckung zu gewährleisten. Während Deutschland im internationalen Vergleich beim Glasfaserausbau aufgeholt hat, bleibt es dennoch hinter dem EU-Durchschnitt zurück. Aktuelle Statistiken zeigen, dass die Glasfaser-Ausbauquote in Deutschland zwischen 40 und 43 Prozent liegt, während der EU-Durchschnitt bei 64,5 Prozent liegt. Besonders auffällig ist die Takeup-Rate, die in Deutschland bei etwa 18 Prozent liegt, während sie in der EU bei rund 50 Prozent liegt.
Die Gründe für die geringere Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen sind vielfältig. Oft fehlt der Mehrwert für die Verbraucher, und die höheren Kosten können ebenfalls abschreckend wirken. Doch die Deutsche Telekom bietet mittlerweile Glasfaser-Tarife an, die günstiger als herkömmliche DSL-Angebote sind. Prognosen besagen, dass die Anschlussquote bis 2030 auf 48 bis 58 Prozent steigen könnte, was der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zugutekommen würde. Der Glasfaserausbau ist also nicht nur für Coburg, sondern für ganz Deutschland von großer Bedeutung.



