Was sich am Sonntagabend in der Nähe von Cham abspielte, sorgt für Aufsehen. Ein 42-jähriger VW-Fahrer kam gegen 19:25 Uhr auf der Kreisstraße CHA 2 zwischen Gutmaning und Vilzing in einer Linkskurve von der Fahrbahn ab und landete im Graben. Die Polizeiinspektion Cham berichtet, dass der Fahrer unter Drogenverdacht steht, was durch einen positiven Drogentest bestätigt wurde. Der Sachschaden am Fahrzeug wird auf etwa 5000 Euro geschätzt, und der Fahrer musste sich einer Blutentnahme unterziehen. Zugleich wurde sein Führerschein sichergestellt, um ihn aus dem Verkehr zu ziehen und weitere mögliche Gefahren zu verhindern.
Im Lichte dieser Ereignisse stellt sich die Frage, wie oft solche Vorfälle geschehen. Laut einer Dunkelfeldstudie vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) lenkten im Jahr 2023 etwa 250.000 Personen unter dem Einfluss von Drogen ein Fahrzeug. Diese alarmierende Zahl zeigt, dass ein großer Teil der betroffenen Fahrer unentdeckt bleibt, da nur etwa 3 % der geschätzten Fälle tatsächlich zu Anzeigen führen. Vor allem die Umsetzung geeigneter Geräte und Abläufe zur effizienteren Kontrolle von Drogenlenkern wird als essenziell erachtet, um die Verkehrssicherheit zu verbessern.
Drogeneinfluss im Verkehr – Ein wachsendes Problem
Wie brisant das Thema tatsächlich ist, zeigen die Zahlen der Drogenverkehrsberichterstattung. Seit dem Jahr 2000 ist die Anzahl der registrierten Drogenfahrten stetig angestiegen. Im Jahr 2004 wurden 24.700 Drogenfahrten gezählt, 2009 waren es bereits 29.700, und 2016 stieg die Zahl auf rund 38.600 Zuwiderhandlungen. Diese Entwicklung wirft Fragen auf: Was hat sich im Verhalten der Fahrer geändert? Und welche Rolle spielen dabei die gesetzlichen Rahmenbedingungen?
Besonders interessant in diesem Kontext ist, dass seit März 2017 Patienten Cannabisblüten und -extrakte auf Betäubungsmittelrezept verschrieben bekommen können. Diese Regelung könnte einerseits hilfreich sein, birgt aber auch Risiken, da Patienten grundsätzlich am Straßenverkehr teilnehmen dürfen, sofern sie nach der Einnahme ihrer Medikation nicht beeinträchtigt sind. Hier gibt es jedoch Hinweise von Experten auf bestehende Lücken im Gesetz, die es zu schließen gilt.
Die Tragödie, die sich in Cham ereignete, ist kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Problems. Die Umsetzung von präventiven Maßnahmen und Verbesserungen in der Drogendetektion der Lenker ist dringender denn je, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass sowohl die Behörden als auch die Gesellschaft gemeinsam an Lösungen arbeiten.