In Quang Nam, Vietnam, stehen die antiken Cham-Türme vor einer entscheidenden Phase der Restaurierung. Die Bemühungen zur Erhaltung des kulturellen Erbes sind sowohl notwendig als auch herausfordernd. Das Projekt zur Wiederherstellung der Nord- und Mitteltürme des Khuong My Cham Turmkomplexes wurde bereits im Oktober 2019 genehmigt, mit Gesamtkosten von 12,6 Milliarden VND. An der Spitze der Investoren steht das frühere Bauinvestitionsprojekt-Management-Board der Region, während das Institut für Bauwissenschaften und -technologie als Baueinheit fungiert. Ursprünglich sollte das Projekt im Dezember 2022 abgeschlossen sein, doch zeigt der Zustand der Türme, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht.
Die Restaurierung, die über zwei Jahre dauerte, hat an vielen Mauern bereits erste Anzeichen des Verfalls offenbart. Cham-Kulturforscher Le Tri Cong kritisierte die angewandte Methode, nach der Salz aus alten Ziegeln in neue Ziegel geflossen ist. Er erläutert: „Die Salze waren nicht entfernt worden, was zu erheblichen Verunreinigungen geführt hat.“ Hinzu kommt, dass das Grundwasser, das durch das Fundament des Khuong My-Turms fließt, nicht behandelt wurde, was die Situation noch verschärft. Im April 2023 waren viele neue Wandabschnitte bereits mit Moos und Salz bedeckt, ein alarmierendes Zeichen für die langfristige Stabilität des Bauwerks.
Bedeutung des Erbes
Quang Nam ist bekannt für seine zahlreichen alten Cham-Türme, die für ihre einzigartigen Sandsteinskulpturen berühmt sind. Unter den bedeutendsten Stätten der Champa-Zivilisation befinden sich das My Son Sanctuary, die Sang-Türme, sowie die Khuong My Towers, die 1989 als nationales Denkmal anerkannt wurden. Diese Türme sind nicht nur architektonische Meisterwerke, sondern auch lebendige Zeugen einer reichen Kulturgeschichte. Allerdings sind viele von ihnen stark beschädigt, was den Erhalt dieser nationalen Kulturerbestätten erforderlich macht.
- My Son Sanctuary
- Sang Tower (Dong Duong Buddhist Monastery)
- Chien Dan Towers
- Bang An Tower
- Khuong My Towers
Die Herausforderung, die architektonische Integrität zu bewahren, ist groß. Der Sang Tower beispielsweise, ein Relikt aus dem Jahr 875, bleibt nur durch Stahlrahmen gestützt, während die Chien Dan Towers aus dem späten 11. Jahrhundert in einem besorgniserregenden Zustand sind. Quang Nam hat bedeutende Mittel für die Restaurierung bereitgestellt, mit einem Budget von 17 Milliarden VND für die kritischen zentralen und nördlichen Türme, während für den Südturm bereits 5,5 Milliarden VND ausgegeben wurden.
Kulturelle Herausforderungen und Lösungen
Die Wiederherstellung dieser Stätten ist nicht nur eine materielle Herausforderung, sie betrifft auch das Bewusstsein und die Identität der Cham-Gemeinschaft. Das Erbe-Tourismus Buch thematisiert die Herausforderungen, vor denen die Cham stehen, wenn sie Anteile an staatlich geförderten Entwicklungsprojekten suchen. Es beleuchtet die Spannungen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und der Bewahrung traditionsreicher Kultur.
Mit laufenden Restaurierungsprojekten in Quang Nam wird der Fokus nicht mal nur auf der Stabilität der Bauwerke liegen, sondern auch darauf, wie diese im Rahmen eines nachhaltigen Tourismusmanagements genutzt werden können. Nguyen Thanh Hong, Direktor der Kultur-, Sport- und Tourismusabteilung von Quang Nam, betont die Notwendigkeit, die historische Bedeutung zu bewahren und die Strukturen in kulturelle Attraktionen zu verwandeln.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Restaurierung der Khuong My Cham Türme und anderer bedeutender Stätten eine Balance zwischen den Herausforderungen der Erhaltung und den Bedürfnissen der lokalen Gemeinschaften erfordert. Die Bemühungen, diese antiken Gebäude für zukünftige Generationen zu bewahren, stehen auf der Kippe, und es bleibt abzuwarten, wie effektiv die vorliegenden Lösungen sein werden.
Weitere Informationen über das Projekt und die dringend erforderlichen Maßnahmen zur Restaurierung finden Sie in den Berichten von vietnam.vn und vietnamnet.vn. Außerdem bietet das Buch aus der OAPEN-Library wertvolle Einblicke in die kulturellen Fragestellungen rund um die Cham-Gemeinschaft.



