In Cham gibt es derzeit Grund zur Zuversicht. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat Julian Preidl von den Freien Wählern in seinem Bürgerbüro empfangen, um die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Perspektive des Landkreises zu erörtern. In einer Region, die sich als eine der stabilsten in Ostbayern etabliert hat, erfreut man sich an einer stetig sinkenden Arbeitslosenquote, die nun bei 3,0 Prozent liegt. Dies ist ein erfreuliches Zeichen, das unter dem bayerischen Durchschnitt von 3,9 Prozent liegt. Zum Vergleich: In Weiden, nur einige Kilometer entfernt, kratzt die Quote bereits an der 6,4-Prozent-Marke. Mittelbayerische berichtet, dass im Mai 2023 insgesamt 2.282 Menschen im Landkreis arbeitslos waren.
Der Frühjahrsaufschwung macht sich auch in den aktuellen Zahlen bemerkbar. Laut dem neuen Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit in Schwandorf, ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Cham saisonbedingt den zweiten Monat in Folge gesunken. Wolfgang Kürzinger, der Leiter der Arbeitsagentur-Geschäftsstellen Cham und Bad Kötzting, hebt hervor, dass es einen Anstieg der Wiedereinsteller gegeben hat. Insgesamt zählte der Landkreis 1.990 Arbeitslose, was einen Rückgang um 578 Personen bedeutet. Im Vergleich zum Vorjahr ist jedoch ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung zu verzeichnen. Arbeitsagentur informiert, dass die Quote von 2,7 Prozent stabil geblieben ist.
Wirtschaftliche Herausforderungen und Chancen
Preidl weist auf die Robustheit der regionalen Wirtschaft hin, trotz der bundesweiten Konjunkturschwächen. Allerdings mahnt er auch, dass wirtschaftliche Unsicherheiten, insbesondere in Bezug auf steigende Energiepreise und Steuerbelastungen, nicht aus den Augen gelassen werden dürfen. Aiwanger zeigt sich derweil vorsichtig optimistisch bezüglich der wirtschaftlichen Lage in Bayern und fordert von der Bundesregierung wirtschaftspolitische Impulse. Ein Schwerpunkt seiner Forderungen ist die zeitnahe Reduzierung der Unternehmenssteuern, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Die Vielfalt der Wirtschaftsstruktur im Landkreis Cham spielt eine entscheidende Rolle dabei, die Auswirkungen von Beschäftigungseinschränkungen abzufedern. „Ein gutes Händchen“ bei der Berufsausbildung und Qualifizierung zeigt sich besonders auf der Messe „Azubi-live“ in Roding, wo zahlreiche Betriebe um die Aufmerksamkeit neuer Azubis warben. In diesem Jahr wurden bereits 2.042 Ausbildungsstellen gemeldet, was 185 mehr als im Vorjahr entspricht. Diese Zahl ist auch deshalb so wichtig, weil statistisch gesehen 3,3 Ausbildungsstellen auf jeden Bewerber kommen.
Die Zukunft im Blick
Trotz der positiven Entwicklungen bringt die Baubranche unterschiedliche Auftragslagen mit sich. Einige Unternehmen sind mit ihrer Situation sehr zufrieden, während andere von Rückgängen berichten. Auch im Einzelhandel gibt es teils erfreuliche Nachrichten, insbesondere im Lebensmittelbereich. Doch die Gastronomie steht in den Startlöchern der neuen Saison und sucht händeringend Unterstützung im Service und in der Küche.
Die aktuelle Situation im Landkreis Cham zeigt, dass hier wirklich was anliegt. Aiwanger und Preidl sind sich einig, dass die Weichen für eine positive Entwicklung in der Region gestellt sind, auch wenn der Weg noch herausfordernd bleibt. Die Hauptsache ist, dass die Unternehmen aktiv bleiben und neue Perspektiven schaffen, ganz im Sinne des robusten Charakters der Cham-Region. Die Entwicklungen werden weiterhin genau beobachtet, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können. Weitere Informationen sind auch auf der Webseite der Arbeitsagentur verfügbar.