Heute ist der 11.03.2026 und im Landkreis Cham wird ein bedeutender Schritt in Richtung digitaler Zukunft unternommen. Der Breitbandausbau, insbesondere in den bisher unzureichend versorgten sogenannten grauen Flecken, nimmt Fahrt auf. Diese grauen Flecken sind Gebäude, die bislang nur über Kupferleitungen mit Internet versorgt werden. Nun wird mit dem Ausbau begonnen, und das nicht zu knapp!
Der erste Bauabschnitt startet Mitte März 2026 und umfasst eine Vielzahl von Kommunen: darunter Rettenbach, Wald, Walderbach, Zell, Roding, Michelsneukirchen, Schorndorf, Cham, Zandt, Blaibach und Miltach. Die Bauarbeiten sollen etwa eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen und werden von den Firmen Max Streicher und Rädlinger durchgeführt. Bevor die Arbeiten auf Privatgrundstücken beginnen, werden die Leitungswege und erforderlichen Erdarbeiten mit den Grundstückseigentümern abgestimmt und dokumentiert. Ohne die Zustimmung der Eigentümer geht also nichts.
Kostenfreie Hausanschlüsse und langfristige Ziele
Ein besonders attraktives Angebot für die Eigentümer: Der Hausanschluss wird vom Landkreis kostenlos erstellt. Allerdings ist dieser Anschluss nur bei einem Vertrag mit Vodafone nutzbar. Nach Abschluss der Bauarbeiten kann es zwischen drei und sechs Monaten dauern, bis der Anschluss tatsächlich in Betrieb genommen werden kann. Das langfristige Ziel des Landkreises ist es, mittelfristig allen Gebäuden im Landkreis Cham einen Glasfaseranschluss zu ermöglichen. Damit wird dieses Projekt als größte Glasfaser-Ausbaumaßnahme in Bayern angesehen.
Bereits jetzt wurden rund 2.300 Kilometer Leitungstrasse verlegt, fast 19.800 Grundstücke und Gebäude erschlossen und etwa 220 bis 230 Millionen Euro investiert. Weitere Informationen zu diesem umfassenden Projekt sind auf der Webseite www.breitband-cham.de zu finden, wo auch ein erklärendes Video zum Bauablauf bereitsteht.
Markterkundungsverfahren für ultraschnelles Internet
Doch das ist noch nicht alles, was in der Stadt Cham im Bereich der Breitbandversorgung passiert. Die Stadt führt ein Markterkundungsverfahren nach der Bayerischen Gigabitrichtlinie (BayGibit) durch. Hierbei sind über 30% der Adressen in der Stadt in der Adressliste enthalten, weshalb diese nicht ohne Zugangsschutz veröffentlicht werden kann. Auftragnehmer müssen die Nutzungsbedingungen durch Unterzeichnung einer Verpflichtungserklärung anerkennen, bevor sie Zugang zur detaillierten Adressliste erhalten.
Die Markterkundung teilt sich in zwei Auswahlverfahren: „weiße Flecken“ und „graue Flecken“. Das Ziel des Verfahrens für die grauen Flecken ist ähnlich dem der weißen Flecken – es geht darum, einen Netzbetreiber für den Ausbau eines ultraschnellen NGA-Netzes zu bestimmen. Für Bürgerinnen und Bürger fanden bereits Bürgerversammlungen statt, um über die Fortschritte und Pläne zu informieren. Diese fanden am 2., 3., 8. und 9. Dezember 2025 im Langhaussaal des Chamer Rathauses statt.
Die Stadt ermittelt zudem, ob Investoren einen eigenwirtschaftlichen Ausbau in den nächsten drei Jahren planen und welche Bandbreiten sie anbieten können. Netzbetreiber und Investoren haben sich bis spätestens 19. September 2023 an der Markterkundung zu beteiligen, und die Veröffentlichung der Ergebnisse ist ebenfalls vorgesehen. Details zum Auswahlverfahren sind online verfügbar und bieten interessante Einblicke in die geplanten Schritte zur Verbesserung der Breitbandversorgung in Cham. Für mehr Informationen steht die Webseite www.cham.de zur Verfügung.
Insgesamt zeigt sich, dass die Region Cham aktiv daran arbeitet, die digitale Infrastruktur nachhaltig zu verbessern. Der Breitbandausbau ist nicht nur ein technisches, sondern auch ein gesellschaftliches Projekt, das entscheidend zur Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit der Region beiträgt.



