Am 24. März 2026 fand in Cham eine spannende Dorfführung von Cham Tourismus statt, die über 80 Teilnehmende anlockte. Historiker Thomas Fähndrich leitete die Veranstaltung, die sich mit den Architekten beschäftigte, die das Dorfbild von Cham geprägt haben. Die Führung begann auf dem Dorfplatz und richtete den ersten Fokus auf den Lorzensaal, der 1992 von Josef Stöckli entworfen wurde. Der Saal besticht durch seine runde Form und die sorgfältige Materialisierung, die das architektonische Gesamtbild Chams prägt.
Josef Stöckli ist nicht nur für den Lorzensaal bekannt, sondern hat auch das Schulhaus Röhrliberg und die Hochhäuser im Alpenblick geplant. Sein Architekturansatz zielt darauf ab, die Gebäude harmonisch in die Umgebung zu integrieren, was sich in unregelmäßigen und bewegten Silhouetten äußert. Ein weiterer bedeutender Architekt, Hans Miesch, gestaltete ab 1904 das Gebiet vom Kirchbühl bis zum Bahnhof im traditionellen Heimatstil. Miesch legte großen Wert auf ländliche Wurzeln und verwendete Materialien wie geschnitztes Holz, behauenen Stein und geschmiedetes Eisen. Ein Beispiel für seinen Stil ist das Hotel Bahnhof.
Einflussreiche Architekten in Cham
Otto von Rotz hinterließ zahlreiche Bauwerke in Cham, darunter Wohnhäuser, Wetterhäuschen, das Pfarreiheim und die Badi Hirsgarten, die als Beispiel für frühe Nachkriegsmoderne gilt und seit 2019 unter Schutz steht. Wilhelm Hauser, der als Hofarchitekt der Papieri bekannt wurde, plante das Portierhaus sowie die Häuser an der Gartenstraße und entwarf zudem das Technikum für die Milchfabrik, das an englische Gartenstadtbauten erinnert. In der Führung wurde auch Max Schnurrenberger erwähnt, der kürzlich seinen ehemaligen Lehrmeister Erich Weber würdigte, der das Altersheim und den Neubau der Andreas-Klinik in Cham entworfen hat.
Josef Stöckli, der am 26. November 2010 mit dem dritten Anerkennungspreis der Bürgergemeinde Cham ausgezeichnet wurde, hat das Städtchen Cham mit seinen über 30 realisierten Bauten maßgeblich geprägt. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und zeichnet Engagement aus, das die Wohn- und Lebensqualität verbessert. Bürgerpräsident Othmar Werder hob hervor, dass Stöckli dies besonders gut umgesetzt hat. Erich Weber, ein weiterer bedeutender Architekt, wurde in diesem Zusammenhang für seine Verdienste geehrt.
Architektonische Visionen für die Zukunft
Stöckli hat in seiner Dankesrede zur Entwicklung neuer Visionen für Cham aufgerufen und wünscht sich, dass Cham von einem Strassendorf zu einer lebendigen Kleinstadt wird. Dabei betonte er, dass der menschliche Maßstab an Bedeutung gewinnen und der Verkehr domestiziert werden müsse. Obwohl er diese Herausforderung nicht mehr selbst angehen wird, sieht er sie als wichtige Aufgabe für zukünftige Generationen. In einem Gespräch nannte er drei Merkmale gelungener Architektur: Utilitas (Nützlichkeit), firmitas (Beständigkeit) und venustas (anmutige Gestalt) – Merkmale, die er in seinen Projekten erfolgreich kombiniert hat, unabhängig von der Komplexität des Bauwerks.
Die Dorfführung von Cham Tourismus hat nicht nur die architektonischen Highlights von Cham ins Rampenlicht gerückt, sondern auch die bedeutenden Persönlichkeiten gewürdigt, die zur Entwicklung dieser Gemeinde beigetragen haben. Es ist offensichtlich, dass die Architektur in Cham nicht nur die physische Gestalt der Stadt prägt, sondern auch eine tiefere Verbindung zur Geschichte und zur Identität der Gemeinde darstellt. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Zuger Zeitung und die Bürgergemeinde Cham.



