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Eine neue Ära für den öffentlichen Nahverkehr im Berchtesgadener Land steht bevor. Der Gemeinderat von Teisendorf hat sich einstimmig für den Beitritt zur Berchtesgadener Land Mobilitätsgesellschaft mbH (BGLM) entschieden. Dies folgt dem Gründungsbeschluss des Kreistags Berchtesgadener Land, der im November 2025 gefasst wurde. Dieser Schritt kommt nicht von ungefähr, denn ein Großteil der Buslinien im Landkreis wird momentan eigenwirtschaftlich betrieben und steht unter dem Druck steigender Kosten und sinkender Einnahmen. Experten rechnen damit, dass zwischen 2027 und 2030 kaum neue eigenwirtschaftliche Verkehre beantragt werden dürften. bgland24 berichtet.

Mit der BGLM wird die Liniengenehmigung an die neue Gesellschaft übergeben, die entweder selbst Verkehrsleistungen erbringt oder diese an Subunternehmer weitervergibt. Der Landkreis, die kreisangehörigen Gemeinden und der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden werden Anteile an der BGLM halten: 50% für den Landkreis, 30% für die Gemeinden und 20% für den Zweckverband. In den ersten beiden Jahren ist die Beteiligung der Gemeinden als Übergangslösung in Form einer Beteiligungs-GbR vorgesehen, bevor 2028 die direkte Gesellschafterstellung fällig wird. Teisendorf plant, sich mit einer Stammkapitaleinlage von 8.000 Euro und anteiligen Gründungskosten für 2026 zu beteiligen.

Komplexer Umstieg auf neue Strukturen

Ein weiterer bedeutender Schritt ist die geplante Übernahme des landkreisweiten Rufbussystems durch den Landkreis ab 1. Januar 2027. Die Betriebsaufnahme der Linienverkehre, die durch Subunternehmerleistungen unterstützt werden, ist für den 1. November 2027 ins Auge gefasst. Die Finanzierung der BGLM soll durch staatliche Ausgleichszahlungen, Fahrgelderlöse und Kosten der Schülerbeförderung gesichert werden. Es werden jährliche Erträge von rund 12 Millionen Euro erwartet, die dazu beitragen sollen, die Aufwendungen für Verkehrsleistungen erheblich zu decken. Es bleibt jedoch zu beachten, dass mit ungedeckten Kosten von bis zu 2,25 Millionen Euro gerechnet wird, welche nicht als Defizitzuschuss interpretiert werden sollen. Fragen zur Rentabilität und zu möglichen Defiziten wurden bereits in der jüngsten Gemeinderatssitzung behandelt, und Bürgermeister Thomas Gasser erhielt einstimmige Zustimmung für den Beitritt zur BGLM-GbR und dem entsprechenden Gesellschaftsvertrag.

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Im Rahmen des neuen Mobilitätskonzepts wird auch die Flexibilität des bestehenden Verkehrsangebots verbessert. So wird ab dem 16. März 2026 das Watzmannmobil auf den Norden und die Mitte des Landkreises ausgeweitet. Dieses Angebot stellt eine flexible Ergänzung zum klassischen Linienverkehr dar. Ab diesem Datum werden die Buslinien 829, 852 und 853 sonntags und an Feiertagen nicht mehr verkehren.

Neue Ideen für den Verkehr im Berchtesgadener Land

Zudem wird im Rahmen eines neuen Mobilitätsplans in Salzburg an Verbesserungen für den grenzüberschreitenden Verkehr gearbeitet. Ideenworkshops fanden bereits am 3., 5. und 10. März 2026 statt, um Vorschläge zu sammeln und weiterzuentwickeln. Die Online-Plattform dafür ist parallel verfügbar. Auch die Monatsversammlungen des Verkehrsforums BGL, die am ersten Mittwoch jeden zweiten Monats in Freilassing stattfinden, bieten Gelegenheit, sich aktiv in die Diskussion einzubringen. Der nächste Termin ist der 6. Mai 2026 und umfasst auch die Jahresmitgliederversammlung. verkehrsforum-bgl.de berichtet.

Insgesamt zeigt sich, dass die Entwicklungen im öffentlichen Nahverkehr im Berchtesgadener Land sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringen. Mit einer neuen Mobilitätsgesellschaft und flexibleren Verkehrsangeboten wird der Grundstein für eine zukunftsorientierte Verkehrsinfrastruktur gelegt, die den Bedürfnissen der Bürger gerecht wird.