Heute ist der 7.03.2026 und im Berchtesgadener Land tut sich einiges im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs. Der Gemeinderat der Gemeinde Teisendorf hat einstimmig beschlossen, der neuen kommunalen Verkehrsgesellschaft beizutreten. Dieser Schritt folgt dem Gründungsbeschluss des Kreistags Berchtesgadener Land aus November 2025. Die Gesellschaft wird unter dem Namen Berchtesgadener Land Mobilitätsgesellschaft mbH (BGLM) gegründet und soll eine wichtige Rolle in der zukünftigen Verkehrsplanung der Region spielen.
Der überwiegende Teil der Buslinien im Landkreis wird momentan eigenwirtschaftlich betrieben. Doch dieser Status steht unter Druck, da die Kosten steigen und die Einnahmen sinken. Aus diesem Grund wird erwartet, dass zwischen 2027 und 2030 kaum neue eigenwirtschaftliche Verkehre beantragt werden. Die BGLM wird die Liniengenehmigung besitzen und hat die Möglichkeit, Verkehrsleistungen an Unterauftragnehmer zu vergeben oder selbst durchzuführen. Der Landkreis wird 50% der Anteile halten, während die kreisangehörigen Gemeinden 30% und der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden 20% der Anteile übernehmen.
Finanzierung und Betrieb
Die Finanzierung der BGLM erfolgt durch staatliche Ausgleichszahlungen, Fahrgelderlöse und Kosten für die Schülerbeförderung. Jährlich werden Erträge von rund 12 Millionen Euro erwartet, die die Aufwendungen für Verkehrsleistungen erheblich decken sollen. Es wird jedoch auch mit ungedeckten Kosten von bis zu 2,25 Millionen Euro gerechnet, die nicht als Defizitzuschuss zu verstehen sind. In der letzten Sitzung des Gemeinderats wurden Fragen zur Rentabilität und zu möglichen Defiziten diskutiert. Bürgermeister Thomas Gasser wurde einstimmig ermächtigt, dem Beitritt Teisendorfs zur BGLM-GbR und dem Gesellschaftsvertrag zuzustimmen.
Die Betriebsaufnahme von Linienverkehren mit Subunternehmerleistungen ist für den 1. November 2027 geplant, und ab 1. Januar 2027 wird der Landkreis das landkreisweite Rufbussystem übernehmen. Teisendorf plant eine Stammkapitaleinlage von 8.000 Euro sowie anteilige Gründungskosten für 2026. Diese Entwicklungen sind Teil eines größeren Mobilitätsplans, der auch in benachbarten Regionen wie Salzburg diskutiert wird.
Erweiterungen und neue Angebote
Parallel zu diesen Entwicklungen wird in Salzburg ein Mobilitätsplan 2040 erarbeitet, der Ideenworkshops im März 2026 inkludiert. Zudem wird das Watzmannmobil ab dem 16. März 2026 auf den Norden und die Mitte des Landkreises ausgeweitet und bietet eine flexible Ergänzung zum klassischen Linienverkehr. Ab diesem Datum werden einige Buslinien, wie die 829, 852 und 853, sonntags und an Feiertagen nicht mehr fahren.
Die Änderungen im Fahrplan werden auch die Pinzgauer Lokalbahn betreffen, deren neuer Fahrplan am 15. Dezember 2025 startet. Für Fahrgäste bleibt die kostenfreie Radmitnahme in Nahverkehrszügen im Berchtesgadener Land bestehen, und das Jugend-Freizeitticket BGL ist weiterhin für 2 Euro pro Monat erhältlich. Es wird auch eine Neuauflage des Fahrplanhefts geben, die vom 14. Dezember 2025 bis zum 12. Dezember 2026 gültig ist.
Insgesamt steht die Region vor einer spannenden Zeit im Bereich der Mobilität, die zahlreiche neue Möglichkeiten für die Bevölkerung mit sich bringen könnte. Die Entwicklungen im öffentlichen Nahverkehr sind ein wichtiger Schritt, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden und die Attraktivität des Berchtesgadener Landes weiter zu steigern. Weitere Informationen zu diesen Themen sind auf den Webseiten der entsprechenden Verkehrsverbände und Gemeinden zu finden, wie beispielsweise im Artikel von BGland24 und auf der Seite des Verkehrsforums Berchtesgadener Land.



