Heute ist der 6.04.2026 und wir werfen einen Blick auf die spannende Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) im Berchtesgadener Land. In einer Region, die besonders unter Fachkräftemangel leidet, sehen viele Unternehmen die Integration von KI als Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft. Das Ziel: Mitarbeiter von repetitiven Aufgaben zu befreien und mehr Raum für zwischenmenschliche Interaktionen zu schaffen.
Jasmin Klünsner, Transformationslotsin beim Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice (BGLW), spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Seit 2017 ist sie im BGLW tätig und vermittelt zwischen der Welt der Algorithmen und der Arbeitswelt des Handwerks und Mittelstands. Seit 2025 ist das Thema „KI als Teammitglied“ fester Bestandteil ihrer Arbeit. Die Einsatzmöglichkeiten von KI sind vielfältig: von Produktionsoptimierung über automatisierte Buchhaltungsprozesse bis hin zur Unterstützung im Marketing. Um Unternehmer über den bestmöglichen Einsatz von KI zu informieren, bietet der BGLW verschiedene Seminare an. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
Die Herausforderungen der KI-Integration
Trotz der positiven Aussichten gibt es Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können. Die Integration von KI erfordert die Einbeziehung der Mitarbeiter und den Abbau von Ängsten. Klünsner betont die Bedeutung von Netzwerken und persönlichen Beziehungen im Expertennetzwerk des BGLW, um Unternehmen beim ersten Schritt zur technologischen Transformation zu unterstützen. Formate wie „KI zum Mittag“ und Netzwerkveranstaltungen verbinden Theorie und Praxis, was die Akzeptanz der neuen Technologien fördern soll.
Die Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 hat den Einsatz von KI sowohl im Alltag als auch in der Arbeitswelt erheblich gefördert. Laut Forschern vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) könnten in den nächsten 15 Jahren rund 800.000 Arbeitsplätze durch KI wegfallen, während gleichzeitig ebenso viele neue entstehen könnten. Insgesamt wird die Gesamtzahl der Arbeitsplätze in Deutschland voraussichtlich weitgehend konstant bleiben. Eine ausführliche Analyse finden Sie hier.
Wirtschaftliche Perspektiven und der Arbeitsmarkt
Ein breiter Einsatz von KI könnte das jährliche Wirtschaftswachstum um 0,8 Prozentpunkte erhöhen. Dennoch wird erwartet, dass die Automatisierung vor allem Unternehmensdienstleistungen wie Sekretariatsdienste und Callcenter betrifft. So prognostiziert man einen Rückgang von etwa 120.000 Beschäftigten in diesen Bereichen. Gleichzeitig könnte es in der IT- und Informationsdienstleistung zu einem Anstieg von etwa 110.000 Erwerbstätigen kommen. Auch in anderen Bereichen wie Erziehung, Gastgewerbe, Einzelhandel und Baugewerbe sind potenzielle Personalzuwächse zu erwarten.
Die Diskussion über die gesellschaftspolitischen Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt ist vielschichtig. Arbeitnehmer müssen sich auf die Veränderungen einstellen und sich gegebenenfalls weiterbilden oder beruflich neu orientieren. Enzo Weber vom IAB betont, dass deutsche Unternehmen mehr in KI investieren sollten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Dies wird insbesondere für Berufseinsteiger eine Herausforderung darstellen, da Studien aus den USA zeigen, dass sie besonders von der Automatisierung betroffen sind.
Insgesamt zeichnet sich ab, dass die Integration von KI im Berchtesgadener Land sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Es ist entscheidend, dass Unternehmen, unterstützt durch den BGLW und ähnliche Einrichtungen, den Wandel aktiv gestalten und sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Die Zusammenarbeit im Team und die Schaffung von Mehrwert durch KI könnten der Schlüssel zu einer erfolgreichen Transformation sein.