Am 6. November 2025 versammelten sich Schafhalter im malerischen Berchtesgadener Land zu einer wichtigen Jahreshauptversammlung im Gasthof „Goldener Bär“. Michael Kaiser vom Amt für Landwirtschaft gab den Anwesenden ein wichtiges Update zur Blauzungenkrankheit, die für die Region und die Schafzucht eine ernstzunehmende Bedrohung darstellt. Auch Vertreter des Veterinäramts waren vor Ort, um die Informationen zur Seuche zu ergänzen. Der Vorsitzende Martin Winkelmair begrüßte zahlreiche Ehrenmitglieder und Behördenvertreter, darunter Dr. Christian Mendel, der viel Erfahrung im Bereich der Schafzucht mitbringt.
Vor der Versammlung fand ein Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Andreas statt, um den verstorbenen Mitgliedern des Vereins zu gedenken. Diese Zeremonie verdeutlichte den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft und den Respekt, den man für die Mitglieder hat, die das Vereinsleben über Jahre gestaltet haben.
Die Bedrohung durch die Blauzungenkrankheit
Doch was ist die Blauzungenkrankheit überhaupt? Laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist die Blauzungenkrankheit eine durch das Blauzungenvirus (BTV) verursachte Infektionskrankheit. Über 30 Serotypen sind bekannt, von denen 24 eine rechtliche Anzeigepflicht nach sich ziehen. Seit dem ersten Nachweis in Deutschland im Jahr 2006 waren impfpräventive Maßnahmen und intensiveAufklärung der Halter entscheidend, um die Ausbreitung zu kontrollieren. Aktuell gilt Deutschland seit Juni 2023 wieder als BT-seuchenfrei, nachdem es von Dezember 2018 bis August 2024 mit Rückfällen zu kämpfen hatte. Allerdings gingen am 20. Oktober 2025 auch im Berchtesgadener Land erste Fälle des inzwischen wieder aufgetretenen Serotyps 8 (BTV-8) ein – eine alarmierende Entwicklung.
Die Übertragung des Virus erfolgt durch blutsaugende Insekten, die keine direkte Ansteckung zwischen Tieren ermöglichen. Besonders betroffen sind Schafe, Ziegen und Rinder, wobei bei Schafen die Symptome schwerwiegender verlaufen können. Tierhalter sollten daher bei den ersten Anzeichen wie Fieber, Entzündungen oder Atembeschwerden umgehend handeln und ihren Tierarzt konsultieren.
Rückblick auf die vergangenen Ereignisse
Zurück zur Jahreshauptversammlung: Der Rückblick von Martin Winkelmair auf die vergangenen Monate fiel überwiegend positiv aus. Es wurde hervorgehoben, dass der Stallstammtisch gut angenommen wird und bereits ein möglicher Termin für den Winter 2025 bei Herbert Tschakert in Anger festgelegt wurde. Ein geplanter Ausflug nach Österreich musste leider abgesagt werden, da die Maul- und Klauenseuche zur Vorsicht aufruft. Dennoch war die Teilnahme am Biosphärentag in Teisendorf mit einem Infostand und Tieren der Rasse Graue Gehörnte Heidschnucke ein voller Erfolg.
Die Wollsammelstelle, die Ende Oktober bei Herbert Tschakert in Anger stattfand, lieferte beeindruckende 1,5 Tonnen Wolle ab – ein Zeichen für die engagierte Arbeit der Schafhalter in der Region. Schriftführer Peter Wadislohner berichtete über die ordnungsgemäße Kassenführung, die von den Kassenprüfern einstimmig entlastet wurde.
Neuwahlen und Ehrungen
Bei den Neuwahlen unter der Leitung von Dr. Christian Mendel wurde Martin Winkelmair als 1. Vorstand einstimmig wiedergewählt. Die weiteren Positionen wurden ebenfalls neu besetzt und spiegeln die engagierte Vernetzung innerhalb des Vereins wider:
- 2. Vorstand: Johann Wein jun.
- Kassier: Julia Graitl
- Schriftführer: Peter Wadislohner
- Beisitzer: Markus Haimbuchner, Roman Freimuth, Franz Koller jun., Josef Aschauer
- Kassenprüfer: Julia Albert, Alois Simic
Für ihre 25-jährige Mitgliedschaft wurden Albert Aschauer, Rudolf Höpler, Kaspar Renoth, Eduard Schmid und Wolfgang Strauch geehrt. Ein großes Dankeschön ging auch an die ausscheidenden Ausschussmitglieder Stefan Koch, Gerhard Eschlberger und Matthias Aschauer, die insgesamt 72 Jahre Vereinsarbeit geleistet haben.
Zum Abschluss der Veranstaltung dankte Matthias Aschauer allen Anwesenden für die Zusammenarbeit und wünschte der neuen Vorstandschaft alles Gute. Die Schafhalter im Berchtesgadener Land zeigen, dass sie trotz aller Herausforderungen, wie die Blauzungenkrankheit, fest zusammenstehen und bereit sind, die anstehenden Aufgaben engagiert anzugehen.
Für weitere Informationen zur Blauzungenkrankheit und Präventionsmöglichkeiten empfehlen wir die Seiten von LGL Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und FLI – Friedrich-Loeffler-Institut.