In den Berchtesgadener Alpen hat die Bergwacht einen 31-jährigen Wanderer gerettet, der sich in ernsthafter Gefahr befand. Der Mann war seit vier Tagen unterwegs und strebte an, den wunderschönen Königssee zu umrunden. Leider verlief seine Wanderung alles andere als planmäßig. Die Nacht auf Dienstag verbrachte er im Freien, nachdem ihn starker Schneefall zwang, im winterlichen Gelände zu campieren. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Am Morgen setzte der Wanderer einen Notruf via Satellit ab, nachdem er gemerkt hatte, dass er in einer kritischen Lage war. Ein großes Unglück war jedoch, dass er in seiner Umgebung keinen Handyempfang hatte. Die Bergretter standen vor der Herausforderung, ihn zunächst nicht erreichen zu können. Deshalb war ein Plan B nötig. Aufgrund der tief hängenden Wolken wurde eine Suche per Drohne angedacht, ebenso ein Aufstieg zu Fuß. Letztlich konnte eine Hubschrauberbesatzung den verzweifelten Mann jedoch relativ schnell erreichen.
Der dramatische Rettungseinsatz
Die dramatischen Umstände des Rettungseinsatzes führten dazu, dass der Wanderer mit einer lebensbedrohlichen Körpertemperatur von nur 32 Grad vorgefunden wurde. Dank des engagierten Einsatzes der Bergwacht, die angab, durch ihre Maßnahmen „ziemlich sicher das Leben gerettet“ zu haben, konnte er stabilisiert und transportiert werden. Nach dem Hubschrauberflug wurde der Mann in eine Klinik in Bad Reichenhall gebracht.
Im Hinblick auf die Sicherheit der Wanderer im winterlichen Gebirge ist jedoch auch am Beispiel dieser Rettungsaktion klar zu sehen, wie wichtig es ist, sich gut vorzubereiten. Die Alpenvereins Notfall-Ratgeber gibt dazu wertvolle Tipps. Bei unerwarteten Situationen sollte man zuerst die Lage ruhig analysieren und dann, wenn nötig, den Notruf 112 absetzen.
Die Herausforderungen für Bergretter
Ein anderes, etwas älteres Beispiel ist der dramatische Einsatz bei Reinersberg, wo ein 40-jähriger Mann nach einem ähnlichen Vorfall ebenfalls nachts in Not geriet. Er war vom Weg abgekommen und hatte die Nacht im winterlichen Gelände verbracht. Hier war eine präzise Handyortung das entscheidende Element, das half, den Einsatzort einzugrenzen, nachdem erste Suchaktionen aufgrund starkem Wind und schwierigen Wetterbedingungen scheiterten. Auch anschließend war die Rettungsaktion nicht einfach, da ein Voraustrupp zunächst den Mann erreichen musste, während der Kopf der Einsatzkräfte eine sichere Übung plante.
Insgesamt zeigt sich: Die Bergretter sind keine Helden, die aus dem Nichts auftauchen. Stattdessen benötigt es akkurate Planung, Ressourcen und Wissen, um in kritischen Momenten richtig zu handeln. Deshalb sollten sowohl Touristen als auch erfahrene Bergwanderer die Risiken ernster nehmen und sich bestmöglich auf ihre Abenteuer im Gebirge vorbereiten. Sei es durch eine geeignete Ausrüstung oder im Umgang mit Notsituationen – jeder sollte eine gute Vorbereitung im Hinterkopf haben.