In Bayern steht der öffentliche Nahverkehr aufgrund anhaltender Tarifkonflikte vor einer neuen Herausforderung. Die Gewerkschaft Verdi hat Warnstreiks für die Städte Bamberg und Bayreuth angekündigt, die von Freitagmorgen bis Sonntag Nacht andauern werden. Diese Maßnahmen folgen auf bereits durchgeführte Arbeitsniederlegungen in großen Städten wie Nürnberg, Landshut und München. In Bamberg wird ein Notfahrplan aufgestellt, während in Bayreuth vor allem der Stadtbusverkehr betroffen ist. Michael Steinmetz, Leiter Verkehr bei den Stadtwerken Bayreuth, bittet die Fahrgäste um Verständnis für mögliche Verzögerungen und eine hohe Auslastung der verbleibenden Verbindungen. Regionalbusse im Umland sowie Regionalzüge werden allerdings planmäßig ohne Einschränkungen fahren. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Der Hintergrund dieser Streiks ist ein Tarifkonflikt im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Bayern. Die aktuellen Verhandlungen betreffen den Tarifvertrag für den Nahverkehr (TV-N) und gelten für rund 9.000 Beschäftigte in 20 Kommunen. Verdi fordert eine Erhöhung der Gehälter um knapp 670 Euro monatlich sowie eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche, während der aktuelle Standard bei 38,5 Stunden liegt. Die Gewerkschaft argumentiert, dass eine Reduzierung der Arbeitszeit notwendig sei, um der hohen Arbeitsbelastung und dem Personalmangel entgegenzuwirken. Auch längere Mindestruhezeiten und höhere Zuschläge stehen auf der Wunschliste, wie die BR berichtet.
Arbeitgeber reagieren mit anderen Vorschlägen
Um dem Druck der Gewerkschaft entgegenzukommen, bietet der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern eine Einkommenserhöhung in zwei Schritten an, die insgesamt fünf Prozent beträgt. Die erste Erhöhung würde mindestens 110 Euro monatlich betragen. Darüber hinaus soll es die Möglichkeit geben, 42 Stunden pro Woche zu arbeiten, wobei ein voller Lohnausgleich und Zuschläge gewährt werden. Die Arbeitgeber weisen jedoch darauf hin, dass die Forderungen der Gewerkschaft eine finanzielle Belastung von mindestens 25 Prozent mit sich bringen würden, was als nicht tragbar angesehen wird.
Ein weiterer Streitpunkt sind die Laufzeiten des Tarifvertrags. Verdi fordert eine Laufzeit von zwölf Monaten, während die Arbeitgeber längere Laufzeiten bevorzugen, da eine Reduzierung der Arbeitszeit von 3,5 Stunden pro Woche in diesem Zeitraum nicht umsetzbar sei. Während Arbeitgeber eine Schlichtung in Betracht ziehen, lehnt Verdi diese Möglichkeit ab. Trotz dieser spannungsgeladenen Situation zeigt sich die Gewerkschaft zuversichtlich und hofft, ohne Schlichtung Fortschritte erzielen zu können.