Der öffentliche Personennahverkehr in Bayern steht erneut auf der Kippe. Wie der ADAC berichtet, hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in verschiedenen Regionen zu Warnstreiks im ÖPNV aufgerufen. Besondere Auswirkungen sind in den Städten Bayreuth und Bamberg zu spüren. Am Wochenende vom 10. bis 12. April wird es hier zu bedeutenden Ausfällen bei Bussen und Bahnen kommen. Diese Maßnahmen sind das Resultat gescheiterter Tarifgespräche, die am 23. März zwischen ver.di und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) stattfanden, ohne eine Einigung zu erzielen.

In München scheint die Lage zunächst vergleichsweise ruhig, denn derzeit sind hier keine Streiks geplant. Allerdings könnte es in anderen bayerischen Städten bald ähnlich aussehen. In Augsburg beispielsweise wurde bereits für heute der Fahrdienst in Bus und Straßenbahn bestreikt, während in Nürnberg morgen ein ganztägiger Streik des Fahrdienstes (Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen) ansteht. Auch Landshut wird betroffen sein, doch die S-Bahnen bleiben aufgrund eines anderen Tarifvertrags weiterhin im Einsatz.

Forderungen und Hintergründe

Die Streiks sind Teil eines größeren Arbeitskampfes, der eine Reihe von Forderungen von ver.di umfasst. Die Gewerkschaft setzt sich für kürzere Arbeitszeiten, höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit und bessere Arbeitsbedingungen für die etwa 100.000 Beschäftigten im ÖPNV ein. Christine Behle, die Vizevorsitzende von ver.di, betont die Dringlichkeit der Forderungen, die in vielen Bundesländern, darunter Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg, anstehen. Insbesondere soll die Fluktuation in den Betrieben reduziert werden, um den ÖPNV als unverzichtbaren Teil der Daseinsvorsorge zu stärken.

Ein Blick auf andere Bundesländer zeigt, dass in Sachsen bereits seit dem 9. April Warnstreiks im Nahverkehr durchgeführt werden, und im Saarland droht gar ein unbefristeter Streik der Busfahrer. Hier plant ver.di sogar eine Urabstimmung. In Niedersachsen wurde die Friedenspflicht am 31. März beendet, und die nächste Verhandlung steht für den 13. April an. Aus anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg gibt es gerade positive Nachrichten, da hier Tarifkonflikte bereits beigelegt werden konnten.

Reaktionen und Ausblick

Es herrscht Unmut seitens der Arbeitgeber, die die Warnstreiks als unangemessen kritisieren und betonen, dass sie die Bürger stark belasten. Trotz eines verbesserten Angebots mit einem Lohnplus von über 9 % und einer kürzeren Arbeitszeit haben die Gewerkschaften abgelehnt. Nächste Verhandlungen in Nürnberg sind für den 15. April angesetzt.

Die weniger erfreuliche Situation im öffentlichen Verkehr löst ein reges Interesse und auch Besorgnis bei den Pendlern und Fahrgästen in den betroffenen Städten aus. Wer darauf angewiesen ist, sollte Alternativen in Betracht ziehen, wie etwa Fahrrad oder E-Scooter. Der ADAC bietet zudem eine Autovermietung an, die in solch turbulenten Zeiten gute Dienste leisten kann.