In Bayreuth steht ein spannendes Kapitel in der Stadtgeschichte bevor: Das Stadtarchiv erhält ein neues Zuhause im Stadtteil St. Georgen. Der neu gestaltete Gebäudekomplex, der die Leers’sche Jugendstil-Villa als Verwaltungsgebäude umfasst, wird durch einen neuen Magazinbau ergänzt, der auch einen öffentlichen Bereich bietet. Dies ist eine großartige Gelegenheit für die Bürger, sich mit der Geschichte ihrer Stadt auseinanderzusetzen und die umfangreichen archivalischen Bestände zu erkunden.
Am Sonntag, den 1. März, finden öffentliche Führungen statt, bei denen Interessierte einen ersten Eindruck vom neuen Stadtarchiv gewinnen können. Die Führungen beginnen um 11 Uhr und dauern jeweils etwa 45 Minuten. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger wird die Führungen begleiten, was sicherlich zusätzlichen Charme verleiht. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Teilnehmerzahl pro Führung auf 20 Personen begrenzt ist und die Führungen nicht barrierefrei sind. Anmeldungen sind ab sofort unter der E-Mail-Adresse historischesmuseum@stadt.bayreuth.de möglich, wobei der Anmeldeschluss am Freitag, den 27. Februar, um 12 Uhr liegt. Der Umzug des Stadtarchivs aus dem Rückgebäude der Spitalkirche hat bereits begonnen und ab Anfang Mai wird mit einer schrittweisen Öffnung des Lesesaals für die Archivnutzung gerechnet (Quelle).
Standort und Erreichbarkeit
Das neue Stadtarchiv befindet sich in der Fußgängerzone Bayreuth, direkt hinter der Spitalkirche. Parkmöglichkeiten sind allerdings eingeschränkt, da es keine direkten Parkplätze am Stadtarchiv gibt. Die nächstgelegenen Parkhäuser, das Rotmain-Center und der Rathausparkplatz am Luitpoldplatz, sind jedoch in Gehweite. Für die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Stadtarchiv ebenfalls gut erreichbar: Vom Hauptbahnhof sind es nur etwa 10 Gehminuten und vom ZOH lediglich 2-3 Gehminuten (Quelle).
Ein wichtiger Hinweis zur Barrierefreiheit: Der Zugang zum Lesesaal ist nicht barrierefrei, da drei Stufen überwunden werden müssen. Dies wirft Fragen zur Zugänglichkeit von öffentlichen Einrichtungen auf, die für alle Bürger nutzbar sein sollten. Die barrierefreie Gestaltung von Gebäuden ist nicht nur ein gesetzliches Gebot, sondern auch ein Zeichen der sozialen Verantwortung. Die Norm DIN 18040-1 definiert Standards für die barrierefreie Planung und Ausführung öffentlicher Gebäude, um eine vollständige Zugänglichkeit zu gewährleisten (Quelle).
Barrierefreiheit und gesellschaftliche Verantwortung
Die Gesellschaft muss sicherstellen, dass alle Menschen, unabhängig von ihren körperlichen Fähigkeiten, Zugang zu öffentlichen Einrichtungen haben. Das Konzept der Barrierefreiheit erfordert eine ganzheitliche Betrachtung aller Aspekte des Bauens, von der Planung bis zur Ausführung. In mehreren Bundesländern ist dieses Konzept bereits Teil des Baugenehmigungsverfahrens, was darauf hinweist, dass der Gesetzgeber die Bedeutung einer barrierefreien Gestaltung erkannt hat. Gemäß § 8 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) ist der Bund sogar verpflichtet, Neu-, Um- und Erweiterungsbauten nach anerkannten Regeln der Technik barrierefrei zu gestalten.
Das Stadtarchiv Bayreuth steht somit nicht nur für die Bewahrung der Geschichte, sondern auch für die Zukunft. Es ist ein Ort, der alle Bürger einlädt, ihre Geschichte zu entdecken, während gleichzeitig die Herausforderungen der Barrierefreiheit angegangen werden müssen. Die kommenden Führungen bieten eine hervorragende Gelegenheit, sich mit dem neuen Archiv vertraut zu machen und gleichzeitig über die Notwendigkeit informierter Baupraktiken nachzudenken.



